Bundesliga

Veh: "Ich bin nicht gekommen, um Zwölfter zu werden"

Stuttgart: Schon 27.500 Dauerkarten verkauft

Veh: "Ich bin nicht gekommen, um Zwölfter zu werden"

"Wir sollten erst einmal demütig sein": Armin Veh, Trainer-Rückkehrer beim VfB, warnt vor überzogenen Erwartungen.

"Wir sollten erst einmal demütig sein": Armin Veh, Trainer-Rückkehrer beim VfB, warnt vor überzogenen Erwartungen. imago

Daniel Ginczek, Adam Hlousek, Florian Klein, dazu die Rückkehrer Raphael Holzhauser und William Kvist. Wollte man die sommerlichen Transferaktivitäten des VfB Stuttgart in einem Wort beschreiben, könnte man sagen: ausbaufähig, solide vielleicht. Doch sind sie ausreichend, um die vergangene Chaos-Saison weit hinter sich zu lassen?

"Wir haben durchaus eine Mannschaft, mit der wir auch in die Saison starten könnten", findet Trainer Armin Veh im Interview mit dem kicker (Donnerstagsausgabe), "wir müssen nicht zwanghaft jemanden holen." Was dennoch "sicher" passieren werde: Schließlich muss zumindest die große Lücke, die Ibrahima Traoré (ablösefrei nach Gladbach) hinterlassen hat, noch gefüllt werden. Kandidaten sind der Serbe Filip Kostic (21, FC Groningen, ca. zwei bis drei Millionen Euro) und der Bosnier Ermin Zec (26, Genclerbirligi, ablösefrei).

Viele Fans beobachten die Transferpolitik mit Skepsis, viele andere Klubs scheinen gut einen Monat vor dem Bundesliga-Start besser aufgestellt zu sein. Und dennoch hat sich mit Vehs Ankunft eine gewisse Euphorie im "Ländle" breitgemacht. 27.500 Dauerkarten sind bereits verkauft. "Das", sagt Präsident Bernd Wahler, "war sicher nicht zu erwarten." Die grenzenlose Lust auf seine zweite Amtszeit in Stuttgart, die Veh von Beginn an kundgetan hatte, war offenbar ansteckend.

Wir sind kein Ausbildungsverein wie Freiburg.

Armin Veh

Aber: Der Meistertrainer von 2007 warnt. "Wir sollten erst einmal demütig sein", betont er. "Der VfB war zuletzt nicht grundlos 15. und 12. Ich bin nicht gekommen, um Zwölfter zu werden und damit zufrieden zu sein, das ist klar. Aber ich warne auch vor falschen Erwartungen und überhöhten Zielen."

Den "Stuttgarter Weg", der sich auf die Entwicklung des hauseigenen Nachwuchses konzentriert, will Veh zwar mittragen, stellt aber klar: "Wir sind kein Ausbildungsverein wie zum Beispiel Freiburg, sondern müssen immer auch die Chance auf eine gute Platzierung haben."

Dazu muss gegenüber der Vorsaison die Defensive stabiler, die Offensiver effizienter werden. "Die Statistik weist diese Schwächen aus", meint Veh. "Aber wenn ich sehe, was für gute Fußballer wir dabei haben, dann ist das verwunderlich. Da spielt oft auch der Kopf eine Rolle." Deshalb gehe es letztlich darum, "die entscheidenden Dinge durch bestimmte Übungsformen so häufig zu wiederholen, bis sie sitzen".

Die Ausgliederung hält Veh für "unabdingbar"

Soweit die kurzfristig angestrebte Entwicklung. Und die mittelfristige? Dazu gehört für Veh vor allem ein Projekt: "Die Ausgliederung der Profi-Abteilung wird aus meiner Sicht unabdingbar sein, sonst werden wir es schwer haben. Das bedeutet aber nicht, dass man seine Tradition aufgibt. Der FC Bayern hat seine Tradition auch nicht aufgegeben, weil er sich strategische Partner gesucht hat." Und der Rekordmeister müsste in diesem Bereich das Vorbild sein.

Armin Veh über die Fehler nach dem Titel 2007, seine persönliche Entwicklung - und den Wechsel von Rani Khedira: Das komplette Interview lesen Sie im aktuellen kicker vom Donnerstag.