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VAR verpasst Eingriff, Klopp frustriert: "Nie Spiel unter solch unfairen Umständen gesehen"

Schiedsrichter-Organisation räumt Fehler ein

VAR verpasst Eingriff, Klopp frustriert: "Nie Spiel unter solch unfairen Umständen gesehen"

Zeigte sich im Spiel bei Tottenham mehrfach fassungslos: Liverpool-Coach Jürgen Klopp.

Zeigte sich im Spiel bei Tottenham mehrfach fassungslos: Liverpool-Coach Jürgen Klopp. IMAGO/Action Plus

"Ich habe noch nie ein Spiel wie dieses unter solch unfairen Bedingungen und verrückten Entscheidungen gesehen", meinte Jürgen Klopp nach der Partie bei "Sky Sports". Der Coach der Reds spielte damit auf die Verkettung von Entscheidungen des Unparteiischen-Gespanns an, die gerade seinem Team das Leben in der Partie sukzessive schwerer gemacht hatten. Es begann in der 24. Minute, als Mittelfeldspieler Curtis Jones in einem Zweikampf um den Ball Tottenhams Yves Bissouma eher ungewollt, aber sehr heftig auf den Knöchelbereich stieg. 

Jones erhielt von Referee Simon Hooper zunächst die Gelbe Karte, nach VAR-Eingriff sah sich der Unparteiische die Szene auf Video indes selbst noch einmal an - und entschied sich dann dafür, den Liverpool-Akteur des Feldes zu verweisen. "In der Zeitlupe sieht es anders aus. Er steigt voll auf den Ball und rutscht dann darüber ab. Das ist unglücklich", haderte Klopp.  

Klopp zu Jotas Ampelkarte: "Erste Gelbe war keine"

Nicht einverstanden war der LFC-Trainer auch mit der Ampelkarte gegen Diogo Jota, die sich der nach der Pause eingewechselte Portugiese Mitte der zweiten Hälfte eingehandelt hatte. "Bei Diogo Jota war die erste Gelbe Karte keine. Dann bekommt er eine zweite - und dann ist es schwierig, mit acht Feldspielern zu verteidigen", resümierte Klopp. 

Dabei war Liverpool schon in der ersten Hälfte eigentlich zunächst selbst in Führung gegangen. Ein Treffer des aus gleicher Höhe gestarteten Luis Diaz war jedoch nicht anerkannt worden, auch der VAR hatte sich nicht eingeklinkt. "Das Abseitstor ist kein Abseitstor, man sieht, dass sie die Linie falsch gezogen haben. Der Ball ist zwischen den Beinen von Mo (Salah; Anm. d. Red.), sie haben die Linie falsch gezogen und nicht den richtigen Moment gewählt, an dem Mo den Ball abgespielt hat. Es ist sehr hart, mit so etwas umzugehen."

PGMOL spricht von "menschlichem Fehler"

Tatsächlich gab sogar die Schiedsrichter-Organisation PGMOL (Professional Game Match Officials Limited), die in England mit der Spielleitung im Profifußballbereich betraut ist, in einem Statement kurz nach Spielende den Fauxpas zu: "Die PGMOL räumt ein, dass es während der ersten Spielhälfte der Partie Tottenham gegen Liverpool einen signifikanten menschlichen Fehler gegeben hat. Ein Tor von Luis Diaz wurde vom Referee-Gespann auf dem Feld wegen Abseits nicht anerkannt. Das war ein klarer und faktischer Fehler und hätte durch Intervention des VAR zur Entscheidung, das Tor zu geben, führen müssen. Der VAR aber verpasste es, einzugreifen."

Während die PGMOL nun "eine komplette Untersuchung der Umstände, die zu dem Fehler führten", einleiten will, forderte Klopp eine breite Diskussion über das Thema:  "Natürlich haben sie das nicht mit Absicht gemacht, das weiß ich. Aber die Fehler passieren dennoch. Wenn wir über das Thema reden wollen, müssen wir es richtig machen. Und nicht Schlagzeilen machen mit emotionalen Coaches."

jom

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