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Valorant als eSport-Vorreiter: Frauenteams sind keine Ausnahme mehr

G2 und Cloud9 gründen "All Women Teams"

Valorant als eSport-Vorreiter: Frauenteams sind keine Ausnahme mehr

Von der Seltenheit zum festen Bestandteil: Auch G2 gründet ein eSport-Frauenteam.

Von der Seltenheit zum festen Bestandteil: Auch G2 gründet ein eSport-Frauenteam. G2 Esports

Chancengleichheit ist im eSport bedeutend leichter zu erreichen als in traditionalen Sportarten. Das benötigte Equipment sind Maus und Tastatur oder ein Controller - körperliche Unterschiede spielen kaum, meist sogar gar keine Rolle zwischen Kontrahenten. Das Rollenbild des Gamers (unter 30 Jahre alt, weiß und vor allem männlich) ist längst überholt. Zocken als Hobby ist so beliebt und breit gestreut, wie nie zuvor. Das wirkt sich auch auf den professionellen eSport aus.

Branchenschwergewicht Riot Games kündigte daher bereits im März dieses Jahrs an, mehr für die Diversität im Gaming unternehmen zu wollen. Die Publisher von League of Legends und Valorant gründeten das "VCT Game Changers"-Programm und ermöglichten dadurch "Frauen und anderen ins Abseits geschobenen Geschlechtern neue Möglichkeiten zur Entfaltung."

Etablierte Organisationen als neueste Gründer von eSport-Frauenteams

Während das Projekt zu Beginn noch skeptisch als "Marketing-Stunt" mit zu niedrigen Preisgeldern gesehen wurde, geht die Entwicklung nun auch unter etablierten eSport-Organisationen in eine eindeutige Richtung. Nachdem bereits Complexity, TSM und Dignitas jeweils ein Frauenteam gegründet haben, ziehen nun G2 Esports und Cloud9 nach. G2-Chef Carlos 'ocelote' Rodriguez äußerte sich in gewohnt ambitionierter Manier über "G2 Gozen" als neues Mitglied:

"Für mich ist das kein 'Team aus Frauen' - das ist unser Valorant-Team. Bei G2 stellen wir unsere Teams wegen der Skills zusammen. 'Petra', 'aNNja', 'zAAz', 'juliano' und 'Mimi' zählen zu den besten Spielerinnen der Welt und wir sind stolz darauf, sie bei uns begrüßen zu dürfen. Wir werden sie immer unterstützen, so wie jedes andere Team bei uns."

Wie von 'ocelote' richtig angemerkt, ist die Zeit der Unterscheidungen zwischen Geschlechterteams am Ablaufen. Noch treten die Teams in getrennten Turnieren an - doch die Szene zeigt immer wieder, dass sie bereit ist, etwas Neues auszuprobieren. Ohnehin kann ein Wandel schneller vollzogen werden, als es in sonstigen Sportarten üblich wäre. So könnten schon bald die ersten Wettkämpfe ohne jegliche Unterscheidung zwischen Teilnehmer*innen stattfinden. Der eSport macht es möglich.

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Lukas Scherbaum