Bundesliga

Mark Uth nach Derbysieg: "Es gibt kein schöneres Gefühl"

Köln bereits seit acht Heimspielen in Serie ungeschlagen

Uth nach Derbysieg: "Es gibt kein schöneres Gefühl"

Er erzielte einen wichtigen Treffer im Derby: Mark Uth.

Er erzielte einen wichtigen Treffer im Derby: Mark Uth. imago images

Satte fünf Kilometer mehr als der Gegner liefen die Kölner Spieler am Samstag und wenn diese Zahl für sich auch keinen Aufschluss gibt über den Verlauf eines Spiels, so zeugt sie doch davon, dass die Kölner wieder bereit waren, jedes Korn, das in ihnen steckte, zu investieren. Steffen Baumgarts Analyse zielte genau darauf ab: "Nach dem Gladbacher Ausgleich gab es eine Phase, in der das Spiel auch in die andere Richtung hätte kippen können. Ich war froh, dass wir nach dem Ausgleich vorne weiter gepresst haben. Die Jungs haben sich für ihren Aufwand belohnt."

Dieser Aufwand, den die Kölner in fast jedem Spiel betreiben (ohne sich immer so üppig dafür zu belohnen), führte das Team ins Mittelfeld der Tabelle, das 4:1 im Derby sorgte nebenbei auch wieder für ein ausgeglichenes Torverhältnis von 22:22 - die 0:5-Schmach von Hoffenheim ist getilgt.

Hectors Oberschenkel verhärtet

Fast unerwähnt blieb eine Personalie, die in der vorigen Saison noch für Schreckmomente gesorgt hätte: nach 51 Minuten musste Jonas Hector vom Platz, der Kapitän war bis zum Moment seiner Auswechslung einer der Aktivposten auf Kölner Seite. Eine Verhärtung im Oberschenkel zwang ihn zur Aufgabe, die den FC allerdings nicht erschütterte. Kingsley Schindler nahm die Position rechts in der Viererkette ein, Benno Schmitz wechselte nach links. Ohne erkennbaren Bruch setzten die Kölner ihr Spiel fort. Schmitz bereitete die Führung durch Ljubicic direkt vor, Schindler war indirekt an Ondrej Dudas Treffer beteiligt, seine Flanke servierte Gladbachs Elvedi dem Slowaken maßgerecht.

Man kann nicht oft genug hervorheben, was Steffen Baumgart und sein Trainer-Team mit diesem Kader gemacht haben. Der Samstag führte einmal mehr deutlich vor Augen, dass dieses Team auf gutem Niveau in der Breite an Potenzial gewonnen hat. So trafen mit Mark Uth und Sebastian Andersson zwei Einwechselspieler. Damit hat der FC in dieser Saison schon vier Jokertore auf dem Konto. Das sind jetzt bereits so viele wie in der kompletten Vorsaison. Ondrej Duda erzielte sein erstes Saisontor. Er war zuvor derjenige unter den torlosen Spielern, der die meisten Torschüsse abgegeben hatte. Nun der Lohn.

Wir sind zu Hause ungeschlagen, weil wir eine Macht sind gemeinsam mit den Fans.

Mark Uth

Sowas führt zu sowas: Köln ist saisonübergreifend seit acht Heimspielen ungeschlagen, damit natürlich in allen sechs Heimpartien unter Steffen Baumgart. Die letzte Heimpleite datiert vom 32. Spieltag der Vorsaison beim 1:4 gegen den SC Freiburg. Mark Uth gab nach dem Sieg gegen Mönchengladbach die Komplimente an die Fans weiter: "Das ist mein erstes Derby, das ich gewonnen habe. Ich bin einfach glücklich. Wenn die Südtribüne tanzt, lacht, singt, trinkt - dann gibt es für uns Spieler kein schöneres Gefühl. Es ist immer wieder schön, zu Hause zu spielen. Wir sind zu Hause ungeschlagen, weil wir eine Macht sind gemeinsam mit den Fans."

Vor allen Dingen aber basiert der Erfolg auf jeder Menge Arbeit. "Einsatz, Zusammenhalt auf dem Platz, Gas geben und sich in jeden Ball werfen", dies sei es, so Benno Schmitz im kicker-Interview, was der Trainer von jedem verlange. Und dies war es, was die Gladbacher (Baumgart: "Eine der stärksten Mannschaften, die wir haben!") serviert bekamen. Und woran sie sich letztlich verschluckten.

Frank Lußem

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