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USA blicken auf 2026 - Klinsmann sieht zu viel Last auf Pulisic

Nach WM-Aus gegen die Niederlande

USA blicken auf 2026 - Klinsmann sieht zu viel Last auf Pulisic

Ihm fehlte in der Offensive die Unterstützung bei der WM 2022: Christian Pulisic.

Ihm fehlte in der Offensive die Unterstützung bei der WM 2022: Christian Pulisic. IMAGO/Uwe Kraft

Aus Katar berichtet Jörg Jakob

Die Vereinigten Staaten waren eine Runde länger im Turnier als ihre 2026er WM-Co-Gastgeber Mexiko und Kanada. Ihr Fazit muss Fifty-Fifty ausfallen. Ihr Katar-Auftritt war passabel, am Ende aber präsentierten sie sich insgesamt als noch zu unerfahren. Wie beim 1:3 gegen die Niederlande, deren Vorbereiter und Torschützen bei den beiden Gegentoren im Achtelfinale einen Unabhängigkeitstag feiern durften.

Die gut organisierte Mannschaft führt einen klaren Plan von Coach Greg Berhalter aus. Eine Überlegenheit ergab sich aber nur eine Halbzeit lang - gegen Wales (1:1). Europäische Topteams wie England (0:0) und die Niederlande erwiesen sich erneut als eine Nummer zu groß.

Klinsmann: "Wir haben keine wirkliche Nummer 9"

Der Wahlkalifornier Jürgen Klinsmann gehört zu der Mehrheit der  Beobachter, die der US-Auswahl eine aussichtsreiche Zukunft prophezeien - wenn Mangelerscheinungen in der Offensive abgestellt werden. "Zu viel lastet dort auf Christian Pulisic." Der ehemalige Bundestrainer sprach als BBC-Experte in der Wir-Form: "Wir haben keine wirkliche Nummer 9."

Die Zukunft soll im Angriff dem Dortmunder Giovanni Reyna gehören. "Sie werden weiter wachsen", meint Klinsmann und hat dabei gewiss auch das Mittelfeld im Blick, das mit Kapitän Tyler Adams (23, vor der Saison von Leipzig nach Leeds gewechselt), Yunus Musah (20, Valencia) und Weston McKennie (24, früher Schalke, jetzt Juventus) viel Substanz zeigte. Adams und McKennie wiesen hier auch ihre Führungskompetenzen nach.

"Das Fundament ist jetzt solide", so Klinsmann. Die jungen Spieler würden von europäischen Trainern geschult. Die Major League Soccer werde immer besser. "Das werden sie in dreieinhalb Jahren zeigen wollen. Und auch zeigen."

Von dreieinhalb Jahren spricht auch US-Coach Berhalter, den zurückliegenden. Eine "tolle Gruppe" sei da zusammengewachsen. "Wir haben Fortschritte gemacht." Darauf sei er stolz. "Wer heute auf unser Team schaut, erkennt eine klare Identität." 2026 in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten soll sie zu einem noch besseren Gesamtergebnis bei der WM führen.