Bundesliga

Augsburg: US-Unternehmer Blitzer steigt beim FCA ein

"Bolt Football Holdings" erwirbt Anteile an Hofmann Investoren GmbH

US-Unternehmer Blitzer steigt beim FCA ein

Neue wirtschaftliche Möglichkeiten und internationales Knowhow für den FC Augsburg.

Neue wirtschaftliche Möglichkeiten und internationales Knowhow für den FC Augsburg. Getty Images

Die Hofmann Investoren GmbH hält 99,4 Prozent der Aktien an der FC Augsburg GmbH und Co. KGaA, in welche die Profi-Abteilung des FCA ausgegliedert ist. Anfang Februar trat die "Bolt Football Holdings (Germany) L.P." als neuer Gesellschafter in die Hofmann Investoren GmbH ein. Das Unternehmen mit Sitz in den USA erwarb insgesamt 45 Prozent der Anteile mit einem Nennwert von gut 5,5 Millionen Euro. Das geht aus dem Handelsregister hervor.

Hofmann selbst hält nach wie vor Anteile mit einem Nennwert von 3,75 Millionen Euro (30,56 Prozent) und ist weiterhin alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer der Gesellschaft. Die anderen vier bisherigen Gesellschafter, allesamt Unternehmer aus Hofmanns persönlichem Umfeld, traten ihre Anteile komplett oder teilweise an die "Bolt Football Holdings" ab: Die Project Green GmbH (nun 20,37 Prozent) und Thilo Sautter (4,07 Prozent) reduzierten ihre Beteiligung. Die MHM Group von Beckenbauer-Manager Marcus Höfl und die MAJA Vermögensverwaltungsgesellschaft von Detlef Dinsel schieden ganz aus.

Änderungen im Aufsichtsrat

Höfl und Dinsel scheiden im Zuge dessen auch aus dem Aufsichtsrat der KGaA aus, ihre Posten werden nicht nachbesetzt. Das Gremium besteht künftig nur noch aus Stefan Frederking (Vorsitzender), Sautter und Ex-Profi Jan-Ingwer Callsen-Bracker. "Bolt Football Holdings" erhält keinen Sitz im Aufsichtsrat und auch keinen anderen Posten beim FCA.

Hinter der Bolt-Gruppe steht der amerikanische Milliardär David Blitzer, den Hofmann bereits seit 20 Jahren persönlich kennt. Blitzer hält Minderheitsbeteiligungen an mehreren Klubs aus verschiedenen Sportarten, darunter Crystal Palace aus der englischen Premier League, das Basketballteam Philadelphia 76ers aus der nordamerikanischen NBA sowie die New Jersey Devils aus der Eishockeyliga NHL. Der belgische Erstligist Waasland-Beveren gehört der Bolt-Gruppe seit September 2020 zu 97 Prozent.

Internationalisierung durch Marketing oder Sponsoring

Nun ergriff Blitzer beim FCA die Chance, auch im deutschen Fußball zu investieren. Die Augsburger erhoffen sich durch den global agierenden Partner neue wirtschaftliche Möglichkeiten. Etwa im Bereich Internationalisierung durch Marketing oder Sponsoring auf dem amerikanischen Markt. Oder durch den Austausch von Knowhow mit nordamerikanischen Profiklubs. Bereits für Sommer 2020 hatte der FCA eine USA-Reise geplant, die wegen der Corona-Pandemie jedoch abgesagt werden musste.

Der Gesellschafterwechsel in der Investoren GmbH ist für den FCA in finanziell schwierigen Zeiten ein Schritt zu mehr wirtschaftlicher Stabilität. Trotz Umsatzeinbußen von etwa 35 Millionen Euro von März 2020 bis Saisonende kommt der Klub bislang ohne staatliche Hilfen durch die Corona-Krise.

An den Strukturen und Machtverhältnissen beim FCA ändert sich durch den Deal nichts. Die Stimmenmehrheit an der ausgegliederten Profi-KGaA liegt gemäß der 50+1-Regel nach wie vor beim eingetragenen Verein, dessen Vorstandsvorsitzender Hofmann ist. Der Brandschutzunternehmer hält beim FCA also nach wie vor alle Fäden in der Hand - nun mit Unterstützung aus den USA.

Die ursprüngliche Version des Artikels wurde aufgrund einer missverständlichen Formulierung überarbeitet.

David Bernreuther