Tennis

ATP wertet Wimbledon nicht für die Weltrangliste

Wegen Ausschluss russischer Spieler

"Untergräbt die Integrität": ATP und WTA werten Wimbledon nicht für die Weltrangliste

In Wimbledon werden 2022 keine Punkte für die ATP-Weltrangliste zu ergattern sein.

In Wimbledon werden 2022 keine Punkte für die ATP-Weltrangliste zu ergattern sein. picture alliance / empics

Die Veranstalter des Rasen-Klassikers in London hatten im April entschieden, in diesem Jahr keine Tennisprofis aus Russland und Belarus zuzulassen. Damit werden unter anderem Daniil Medvedev, Andrej Rublev, Aryna Sabalenka und Victoria Azarenka nicht am Turnier teilnehmen. Ein Schritt, der von vielen nicht gutgeheißen wurde - auch die WTA und die ATP protestierten dagegen. Jetzt zogen sie eigenen Konsequenzen.

"Die Möglichkeit für Spieler jeder Nationalität, an Turnieren auf der Grundlage ihrer Leistung und ohne Diskriminierung teilzunehmen, ist für unsere Tour von grundlegender Bedeutung", hieß es in einem von der Herren-Profiorganisation ATP verbreiteten Mitteilung. Dieser Beschluss "untergrabe die Prinzipien und die Integrität des ATP-Ranglistensystems", folglich habe man daher mit "großem Bedauern und Widerstreben" entschieden, dem Turnier die ATP-Ranglistenpunkte zu entziehen, hieß es weiter.

Individuen sollen nicht aufgrund ihrer Nationalität für Entscheidungen der Regierungen ihrer Länder bestraft werden

WTA

Kurze Zeit später zog auch die WTA dieselbe Konsequenz. Man sei "der Meinung, dass Individuen, die an einem Individualsport teilnehmen, nicht aufgrund ihrer Nationalität für Entscheidungen der Regierungen ihrer Länder bestraft und vom Wettkampf ausgeschlossen werden sollten", schrieb die Damen-Organisation in ihrer Mitteilung.

Außer dem Grand-Slam-Turnier in Wimbledon sind auch die Veranstaltungen im Vorfeld in Nottingham, Birmingham, und Eastbourne von dem Beschluss betroffen. Zwar sei der russische Angriff auf die Ukraine "auf das Schärfste zu verurteilen", dennoch verstoße die Entscheidung der Organisatoren in Wimbledon "fundamental" gegen die WTA-Prinzipien.

"Tief enttäuscht" über den Schritt von ATP und WTA zeigten sich die Die Organisatoren in Wimbledon. "Das ist unverhältnismäßig und schadet allen Spielern und Spielerinnen, die an der Tour teilnehmen", hieß es in deren Erklärung. Ungeachtet dessen wolle man am Bann gegen Russen und Belarussen weiter festhalten: "Wir sind nach wie vor nicht bereit zu akzeptieren, dass Erfolge oder Teilnahmen in Wimbledon von der Propagandamaschine des russischen Regimes genutzt werden."

Das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres findet vom 27. Juni bis zum 10. Juli statt. Wimbledon ist das erste Event, das Tennisprofis wegen der russischen Invasion in die Ukraine ausschließt.

mib, dpa

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