Bundesliga

Unions Schlotterbeck: "Neven steuert mich"

Neuzugang als Alternative für gesperrten Subotic

Unions Schlotterbeck: "Neven steuert mich"

Keven Schlotterbeck.

Keven Schlotterbeck. imago images

Schlotterbeck versteht sich als Teamplayer und hat sich nach eigenen Angaben auf der Tribüne sehr geärgert, als sein Kollege vorzeitig zum Duschen musste. Bei allem Ärger über den Platzverweis für Subotic hat die Gelb-Rote Karte des ehemaligen Dortmunders für Schlotterbeck jedoch auch etwas Gutes.

Denn der vom SC Freiburg für ein Jahr ausgeliehene Innenverteidiger hat gute Chancen, bei der Partie der Eisernen am Samstag bei Bayer Leverkusen (15.30 Uhr, LIVE! auf kicker.de) den frei gewordenen Posten in der zentralen Abwehr einzunehmen. "Zuversichtlich bin ich auf jeden Fall", sagt der 22-Jährige zu seinen Chancen, in die Startelf zurückzukehren, "ich hoffe, ich habe mich im Training angeboten, sodass der Trainer mir wieder das Vertrauen schenkt."

Zu Beginn der Saison war Schlotterbeck fester Bestandteil der Startelf. Auch, weil Subotic nach einer Knieverletzung noch Trainingsrückstand aufwies und Florian Hübner, Stammspieler in der vergangenen Aufstiegs-Saison, wegen Kniebeschwerden nicht spielfähig war. Schlotterbeck spielte im DFB-Pokal bei Regionalligist Germania Halberstadt (6:0) sowie in den ersten beiden Bundesligapartien gegen RB Leipzig (0:4) und beim FC Augsburg (1:1). Jene Partie in Augsburg katapultierte die Leihgabe aus Freiburg indes aus dem Team der Köpenicker. Nach einem Foul mit offener Sohle gegen FC-Stürmer Florian Niederlechner sah Schlotterbeck die Rote Karte und wurde für zwei Spiele gesperrt. Ob er sich eher über sich selbst oder den Schiedsrichter geärgert hat? "Man ärgert sich als erstes über sich selber, dass man so eine blöde Rote Karte sieht. Durch die neue Regel ist es ein bisschen verständlich, dass er sie gezeigt hat." Immerhin fand Schlotterbeck mit seiner Roten Karte Eingang in die Union-Annalen. Seine Rote Karte war der erste Platzverweis für die Eisernen als Bundesligist. Das Trikot, das er vor Wut zerrissen hatte, soll künftig im Union-Museum im Bauch der Haupttribüne des Stadions an der Alten Försterei seinen Platz finden.

Neven hilft mir in jeder Lage, er steuert mich, wir geben uns gegenseitig Tipps.

Keven Schlotterbeck über Neven Subotic

"Die ersten zwei, drei Tage" habe der Platzverweis an ihm genagt, räumt der 1,89 Meter große und 84 Kilo schwere Abwehrspieler ein, doch dann habe er seinen Fokus auf die tägliche Trainingsarbeit gelegt, um nach Ablauf der Sperre wieder eine Alternative zu sein. Die wäre er auch ohne Subotics Platzverweis gewesen, aber stünde sein routinierter Kollege am Samstag zur Verfügung, "wäre ich wohl nicht direkt in die Mannschaft gekommen", mutmaßt Schlotterbeck. Nun stehen seine Chancen deutlich besser, und Subotic wird Schlotterbeck, so er denn spielen darf, vorbehaltlos unterstützen, sagt dieser mit Nachdruck. Der Routinier und sein junger Kollege sind zwar Konkurrenten, aber vor allem auch gute Kollegen. "Neven weiß, wie man sich richtig stellt und verschiebt. Da kann man viel mitnehmen", sagt Schlotterbeck, "Neven hilft mir in jeder Lage, er steuert mich, wir geben uns gegenseitig Tipps."

Kompaktheit gefragt

In Leverkusen wird sie Schotterbeck unter Umständen benötigen. Denn die Nummer 31 von Union weiß, was auf die Eisernen in der BayArena zukommen kann. "Leverkusen hat so viel Qualität und Schnelligkeit in der Offensive", betont Schotterbeck mit Blick auf Akteure wie Kevin Volland, Kai Havertz, Karim Bellarabi, Leon Bailey - "oder auch Paulinho oder Moussa Diaby". Für die Mannschaft von Trainer Urs Fischer heißt das laut Schlotterbeck, dass sie folgendes nicht tun darf: "Was wir auf keinen Fall tun dürfen, ist, dass Zentrum herzugeben und zwischen den Linien zu viel Platz zu lassen. Wir werden versuchen müssen, so kompakt wie möglich zu stehen." Und natürlich müsse Union auch immer wieder Akzente nach vorne setzen, so der Verteidiger. Der Defensive wird aber wohl eine entscheidende Bedeutung zukommen. Und da will Schlotterbeck von Beginn an seinen Teil dazu beitragen - wenn man ihn lässt.

Baltic Sea Cup: Somnitz trifft, Profi-Quartett im Einsatz

Nach einem 3:3 zu Hause gegen den FC Nordsjaelland aus Dänemark hat der 1. FC Union das zweite Spiel des internationalen Nachwuchs-Turniers um den Baltic Sea Cup verloren. Am Mittwochnachmittag unterlag das von Sebastian Bönig (38) - einem der Co-Trainer der Bundesligamannschaft der Berliner - betreute Team der Eisernen beim U-21-Team des schwedischen Erstligisten Halmstads BK 1:2 (0:0). In der Startelf von Union standen in Neuzugang Julius Kade (20) sowie Verteidiger Lennard Maloney (19) und den Mittelfeldakteuren Maurice Arcones (19) sowie Laurenz Dehl (17) vier Spieler, die dem Profikader der Köpenicker angehören. Für Union traf U-17-Akteur Maximilian Somnitz nach 83 Minuten zum zwischenzeitlichen 1:1, für Halmstads war zweimal Emil Tot Wikström erfolgreich (63., 88.). Die nächste Partie des Baltic Sea Cup bestreitet Union am 29. Oktober (14 Uhr) beim dänischen Erstligisten Aalborg BK.

Andreas Hunzinger