DFB-Pokal

Union-Trio betreibt Werbung in eigener Sache

Die Eisernen erreichen souverän das Achtelfinale

Union-Trio betreibt Werbung in eigener Sache

Erzielte das 2:0 mit einem cleveren Kopfball-Lupfer: Sven Michel.

Erzielte das 2:0 mit einem cleveren Kopfball-Lupfer: Sven Michel. IMAGO/Matthias Koch

Gleich fünf Änderungen hatte Urs Fischer im Vergleich zum 2:0-Erfolg über Borussia Dortmund vorgenommen. Selten kam es unter seiner Amtszeit vor, dass der Trainer die Rotationsmaschine so wild anschmiss. Doch dieser risikoreiche Schachzug ging im DFB-Pokal gegen den 1. FC Heidenheim (2:0) auf. Einige Akteure, die ansonsten eher selten zum Zuge kamen, betrieben Werbung in eigener Sache. Zudem durften sich einige arrivierte Spieler wie Rani Khedira oder auch Christopher Trimmel eine wohlverdiente Pause gönnen und ihren Tank aufladen. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten beim 1. FC Union Berlin.

Puchacz zahlt Vertrauen zurück

Früh stellten die Eisernen die Weichen auf Sieg am Mittwochabend. Nach einem kurzen Antritt von Sheraldo Becker, gefolgt von einer mustergültigen Flanke auf den zweiten Pfosten stand Tymoteusz Puchacz goldrichtig und vollendete sehenswert zum 1:0 (7.). "Das war toll herausgespielt. Er war in der Position, wo wir es verlangen", betonte Fischer. Der Linksverteidiger durfte in dieser Spielzeit erst zum zweiten Mal ran, zahlte das Vertrauen des Trainers aber mit einer ordentlichen Leistung zurück. Mit etlichen tiefen Läufen und vielen Hereingaben entwickelte der 23-Jährige auf dem Flügel mehr Offensivdrang als zum Beispiel Niko Gießelmann oder Julian Ryerson. Teilweise wirkte der Schienenspieler noch etwas wild und unbeholfen im Defensivverhalten, aber insgesamt machte der Pole doch einen großen Schritt nach vorne.

Das sah auch Fischer so, der die Leistung Puchacz‘ wie folgt beschrieb: "Er hat das gut gemacht, war sehr aktiv unterwegs. Es freut mich für ihn, dass er sein erstes Tor erzielen konnte." Nicht minder auffällig waren Sven Michel und Paul Seguin, die ihr Startelfdebüt feierten. Michel erzielte das 2:0 per Kopfball-Lupfer, Seguin gab als Stabilisator und Khedira-Vertreter vor der Dreierkette eine ordentliche Figur ab. Weitere Treffer blieben Union verwehrt, weil sie gewaltig Chancenwucher betrieben. Trotzdem war Fischer mit dem Auftritt sehr einverstanden. "Die Mannschaft hat sich mit dem Ball viel zugetraut. Wenn es präzise nach vorne ging, hat man gleich gemerkt, dass es gefährlich wird und wir uns Möglichkeiten erspielen."

Fortschritte mit dem Ball

Überraschend war, dass auf dem Statistikzettel 59 Prozent Ballbesitz für Union Berlin standen. Dieser Wert kam zustande, weil sich Heidenheim mit einer Fünferkette in der eigenen Hälfte verschanzte und nur wenig für die Offensive tat. Die Erkenntnis aus der Partie: Mit dem Ball machen die Köpenicker langsam aber sicher Fortschritte, präsentierten sich im Angriffsdrittel zielstrebiger. Das muss jetzt "nur" noch in die Bundesliga übertragen werden. Denn der Spitzenreiter wird sich daran gewöhnen müssen, dass einige Teams nun doch defensiver und tief stehender agieren werden. So wie zum Beispiel der VfL Bochum am Sonntag.

Jannis Klimburg

Bilder zur Partie 1. FC Union Berlin - 1. FC Heidenheim