DFB-Pokal

Unglücksrabe Kainz: Darum hat sein kurioses Elfmetertor nicht gezählt

DFB-Regeln geben Aufschluss

Unglücksrabe Kainz: Darum hat sein kurioses Elfmetertor nicht gezählt

Rutschte weg, schoss sich den Ball gegen das Standbein und wunderte sich zunächst: Kölns Florian Kainz.

Rutschte weg, schoss sich den Ball gegen das Standbein und wunderte sich zunächst: Kölns Florian Kainz. imago images/Revierfoto

Nach Ende dieses turbulenten Spiels inklusive 1:1-Rettungstreffer von Anthony Modeste tief in der Nachspielzeit der Verlängerung und dem kuriosen Elfmeterschießen musste auch Florian Kainz zugeben: Bereits unmittelbar nach seinem vermeintlichen Ausgleichstreffer im Elfmeterschießen habe er gemerkt, dass etwas nicht gestimmt hatte bei seiner Ausführung.

"Ich habe schon ein ungutes Gefühl gehabt. Ich habe gemerkt, dass ich mit dem Standfuß weggerutscht bin - und wie der Ball reingeflogen ist, hat es auch komisch ausgesehen", so Kainz im Gespräch mit "Sky". "Ich habe mir schon gedacht, dass es komisch ausgehen könnte. Ich habe zum Schiedsrichter geschaut und der hat mir gesagt, dass es gecheckt wurde. Insofern kann man eh nichts mehr machen. Mir tut es sehr leid für die Mannschaft. Dass wir so ausscheiden, ist natürlich sehr bitter für uns."

Der Österreicher hatte hier für den ersten Moment klar zum 4:4 getroffen, doch sein Elfmeter fand nach schneller Rücksprache des Schiedsrichtergespanns keine Anerkennung.

Und das vollkommen gerechtfertigt, wie ein Blick in die DFB-Regeln klärt.

Dort in den "Fußball-Regeln 2021/22" heißt es bei Regel 14, Kategorie Strafstoß:

Der Ball muss ruhig auf dem Elfmeterpunkt liegen. Das tat er in Kainz' Fall.

Nachdem sich die Spieler regelkonform aufgestellt haben, gibt der Schiedsrichter das Zeichen zur Ausführung des Strafstoßes. Auch daran hat sich Kainz gehalten, weswegen der Österreicher regulär antreten durfte.

In Regel 10, Bestimmung des Spielausgangs, wird es jetzt aber wichtig. Hier steht:

Der Elfmeter ist abgeschlossen, wenn sich der Ball nicht mehr bewegt, er aus dem Spiel ist oder der Schiedsrichter das Spiel wegen eines Vergehens unterbricht. Der Elfmeterschütze darf den Ball kein zweites Mal spielen.

Und das ist Kainz passiert, der Profi ist kurz vor seinem Abschluss weggerutscht, sodass er den Ball am Ende via Rechtsschuss an sein linkes Standbein schoss. Von dort ist der Ball erst in hohem Bogen rein. Und das ahndete das Schiedsrichtergespann um Referee Daniel Schlager nach kurzer Zeit und schneller Überprüfung.

Eine doppelte Berührung ist auch bei einem Strafstoß im Spiel nicht gestattet (Regel 14): Der Ball ist im Spiel, wenn er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Der Schütze darf den Ball erst wieder spielen, nachdem dieser von einem anderen Spieler berührt wurde.

mag

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