Südwest

Ulm kann den VfB II nicht knacken - Offenbach auch remis

Regionalliga Südwest, 15. Spieltag

Ulm kann den VfB II nicht knacken - Auch Offenbach nur mit Teilerfolg

Wenig Lücken: Der SSV Ulm 1846 (dunkelblau) trennte sich vom VfB Stuttgart II torlos.

Wenig Lücken: Der SSV Ulm 1846 (dunkelblau) trennte sich vom VfB Stuttgart II torlos. IMAGO/Pressefoto Baumann

Der 15. Spieltag

Acht der neun Partien an diesem Spieltag wurden am frühen Samstagnachmittag angepfiffen. Tabellenführer SSV Ulm 1846 musste beim VfB Stuttgart II ran und hatte vor dem Anstoß nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den TSV Steinbach Haiger, der am Freitag groß auftrumpfte. Die Spatzen legten in der baden-württembergischen Landeshauptstadt gleich mal den Vorwärtsgang ein. Röser umkurvte in der 2. Minute VfB-Torwart Glaus, doch sein Pass aus spitzem Winkel ins Zentrum fand keinen Abnehmer. Auch danach drückte Ulm der Partie seinen Stempel auf, aber ohne den nötigen Punch. Aufpassen musste der SSV aber auch, denn in der 43. Minute fuhren die Stuttgarter plötzlich einen Konter, Ortag kam weit aus seinem Kasten und klärte. In vorderster Linie fehlte dem Spitzenreiter weiter die notwendige Durchschlagskraft, und was doch mal aufs Tor kam, angelte sich der starke Glaus im Stuttgarter Tor. So auch in der 80. Minute, als Chessa im Strafraum einen Ball volley nahm und gefährlich aufs Tor brachte. In den letzten Minuten probierten die Gäste nochmal alles, ein Allgeier-Volley rauschte in der Nachspielzeit am Tor vorbei, Glaus rettete kurz drauf mit einer weiteren Glanztat. Doch alles in allem agierte der SSV an diesem Nachmittag einfach nicht so zielgerichtet und eiskalt, wie man es von einem Aufstiegsanwärter erwarten kann.

Zum Duell der Tabellennachbarn kam es derweil in Offenbach, wo die heimischen Kickers die Zweitvertretung des FSV Mainz 05 empfingen. Der OFC brauchte unbedingt einen Sieg, um den ersten Tabellenplatz zumindest hauchzart am Horizont erkennen zu können. Und diese Drucksituation sah man den Offenbachern auch an, denn sie setzten sich sofort in der Offensive fest. Ein starker Rieß im Mainzer Tor war jedoch lange Zeit ein undurchdringliches Bollwerk. Vorne zeigten sich die Rheinhessen eiskalt, in der 38. Minute schloss Mizuta einen Konter am langen Pfosten zur etwas schmeichelhaften Gästeführung ab. Offenbach fasste in der Pause neuen Mut und belohnte sich in der 53. Minute für seinen Offensivgeist: Eine Flanke von Marcos wehrte Rieß vor die Füße von Wanner ab, der mühelos einschieben konnte. Die Parlatan-Elf wollte wegen der bereits erwähnten Tabellenkonstellation natürlich mehr und hielt den Druck aufrecht. Sah Rieß beim Ausgleich nicht gut aus, hielt der Mainzer Torwart sein Team danach wieder mit guten Aktionen im Spiel. In der Nachspielzeit setzte Garcia von der Strafraumgrenze zum Schlenzer an, doch noch einmal tauchte der Gästekeeper bärenstark ins Eck. Und so verließ die Mainzer U 23 den Bieberer Berg mit einem Punkt im Koffer. Für den OFC alles andere als befriedigend, wenngleich der Rückstand auf Tabellenführer Ulm gleichgeblieben ist.

Bis auf Rang drei vorgearbeitet hatte sich unter der Woche die TSG Hoffenheim II, und auch nach Abpfiff der Samstagsspiele stand die Sinsheimer Reserve auf diesem Tabellenplatz. Beim VfR Aalen lupfte Kelati die TSG in der 52. Minute zum Sieg. Doch die Ostalbstädter waren ein starker Gegner, Abruscia scheiterte mit einem Foulelfmeter an Noll, Seitz schoss einen Meter vor dem Tor Noll an und in der Nachspielzeit flog ein Schuss des aufgerückten VfR-Torwarts Witte knapp drüber. Da auch die TSG-Talente einige Angriffe durchbrachten, ging der Sieg aber in Ordnung.

Der FC 08 Homburg hatte indes die kriselnde Eintracht aus Trier zu Gast. Im ersten Durchgang stand Trier hinten massiert, Homburg fehlten die Ideen. In der 52. Minute fiel das 1:0 für den Underdog. Die letzte von mehreren Hereingaben klärte der FCH zu schlampig, Roth netzte mit einem strammen Schuss. Doch die Saarländer konnten sich ein weiteres Mal auf Eisele verlassen, der in der 77. Minute eine Halbfeld-Flanke von Steinmetz zum 1:1 einköpfte. Danach war Trier dem Dreier näher, doch ein Schuss von Kinscher sprang in der 84. Minute vom Innenpfosten ins Feld zurück, sodass es beim Remis blieb.

Kellerduell in Freiberg

Im Keller stand das Aufeinandertreffen des SGV Freiberg mit Rot-Weiß Koblenz im Fokus. Die von Oliver Reck trainierten Koblenzer stellen die schlechteste Defensive der Liga. Daher war am Wasen erstmal Verteidigen Trumpf und das taten die Männer vom Deutschen Eck so gut, dass nach 90 Minuten immerhin ein 0:0 zu Buche stand.

Vor ein paar Wochen befand sich Hessen Kassel noch auf tabellarischer Augenhöhe mit Koblenz, doch die Nordhessen sind seit Anfang Oktober eine ganze Klasse besser, zumindest holen sie ihre Punkte zuverlässiger. Daheim gegen den Bahlinger SC ließ sich Kassel zunächst aber in den Zweikämpfen zu oft den Schneid abkaufen. In der 35. Minute foulte Jones im Strafraum Herrmann, Pepic brachte den Foulelfmeter flach im Eck unter. Zwei Zeigerumdrehungen darauf war der Übeltäter urplötzlich der gefeierte Mann, nach kurzem Spurt zog er ab, die Kugel fand abgefälscht ihren Weg ins Netz. Auch wenn die Hessen in den zweiten Durchgang klar verbessert starteten, machte Bahlingen den nächsten Treffer. In Minute 62 war ein Handspiel ursächlich, dass sich Pepic zum zweiten Mal an diesem Nachmittag den Ball zum Elfmeter hinlegen durfte. Platziert und scharf stellte er auf 2:1. Weitaus weniger scharf köpfte Fischer in der 81. Minute aufs Tor, doch das Leder fand nach einer Eckball-Hereingabe dennoch seinen Weg an vielen Abwehrbeinen vorbei ins Tor. Als Dawid in der 86. Minute frei vor BSC-Keeper Geng drüberzielte, lag die Punkteteilung zum Greifen nahe. Doch dann kam die Nachspielzeit und der nach vorne mitgelaufene Starostzik, im Hauptberuf Innenverteidiger, jagte einen Abpraller humorlos unter die Latte. Damit ist das lange Zeit abgeschlagene Team von Trainer Tobias Damm wieder mittendrin in der Verlosung um das rettende Ufer.

Wormatia Worms rutschte hingegen auf Platz 14 ab, der abhängig von der Anzahl der Drittligaabsteiger im ungünstigsten Fall den Sturz in die Oberliga bedeuten könnte. Den Treffer des Tages für die TSG Balingen erzielte Kuhn in der 28. Minute. Sein aus dem Halbfeld kernig in den Strafraum geschlagener Ball ging von Freund und Feind unberührt ins Netz. Im zweiten Durchgang erarbeitete sich Worms einige vielversprechende Chancen, doch der in der Luft liegende Ausgleich fiel nicht mehr.

Mehr und mehr sorgt Aufsteiger SG Barockstadt Fulda-Lehnerz dafür, dass das Thema "Abstieg" schon bald von der Agenda gestrichen werden kann. Im hessischen Duell mit dem FSV Frankfurt jubelte in der 1. Minute aber erstmal der frühere Zweitligist. Nach exakt elf Sekunden schoss Peters ein. Die SGB schaltete sofort auf Attacke um, die in der 9. Minute zum Ausgleich durch Ganime führte. Bis zur 86. Minute fielen keine weiteren Treffer, was ausdrücklich nicht hieß, dass das Spiel nun langweilig wurde. Im Gegenteil, Chancen hüben wie drüben sorgten für gute Unterhaltung. Zum Matchwinner avancierte Schaaf, die Schlussoffensive der Bornheimer verpuffte.

Gala-Abend von Steinbach Haiger

Im einzigen Freitagsspiel des 15. Spieltags konnte der TSV Steinbach Haiger den Druck auf Primus SSV Ulm 1846 erhöhen. Die Mannschaft von Pascal Bieler ging die Aufgabe beim FC-Astoria Walldorf dementsprechend offensiv an. In der 3. Minute landete ein abgefälschter Schuss von Strujic im Netz, ein Start nach Maß. Und es kam noch besser für die Hessen: Eine präzise Vorlage von Tehe schweißte Stock humorlos unter die Latte (9.). Weitaus filigraner ging Firat in der 20. Minute zu Werke, der einen Flachpass von Tehe mit der Hacke ins Netz bugsierte. Der TSV hätte sogar noch höher führen können, aber Tehe und Gudra vergaben große Chancen. Dazu war Astoria-Schlussmann Idjakovic mehrmals reaktionsschnell bei Angriffen der spielfreudigen Steinbacher. Denen schien an diesem Abend alles zu gelingen: In der 40. Minute ging ein Eckball von Firat direkt ins Tor. Und mit dem nächsten Angriff schlenzte Strujic die Kugel ins lange Eck, 5:0.

Nach der Pause konnten die Gäste das Tempo rausnehmen, hatten dennoch weiterhin die gefährlicheren Szenen, wenngleich nicht mehr in der atemberaubenden Schlagzahl der ersten Hälfte. Weitere erfreuliche Nachricht für die Gäste: Korte kehrte nach anderthalbmonatiger Verletzungspause zurück, wurde in der 70. Minute eingewechselt und in der 84. Minute im letzten Moment am Torerfolg gehindert. Zwei Zeigerumdrehungen darauf machte Steinbach das halbe Dutzend dann doch voll, der eingewechselte Breitfelder nickte eine gut getimte Flanke ohne Mühe ein, der Endstand.

jam/stw

Die Trainer in der Regionalliga Südwest