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Ukrainischer Geheimdienst deckt Mining-Farm für FUT-Coins auf

Überraschung mit 3800 Konsolen

Ukrainischer Geheimdienst deckt Mining-Farm für FUT-Coins auf

Eine PS4-Konsole reiht sich an die nächste: Das ist kein Elektrofachhandel, sondern eine Farm für FUT-Coins.

Eine PS4-Konsole reiht sich an die nächste: Das ist kein Elektrofachhandel, sondern eine Farm für FUT-Coins. SBU press service

Anfang Juli hat die Polizei in der Ukraine eine Lagerhalle mit knapp 3800 PlayStation 4-Konsolen gestürmt. Wie das heimische Online-Magazin delo berichtet, sei das Rechenzentrum in der 370.000-Einwohner-Stadt Winnyzja aufgrund des enormen Stromverbrauchs aufgefallen. Dieser sei hoch genug gewesen, um die Versorgung der Umgebung zu gefährden.

Anders als vom Geheimdienst SBU vermutet, waren dafür nicht unzählige Grafikkarten und Prozessoren verantwortlich. Diese wurden zwar auch gefunden, den Großteil der Geräte machten aber PS4-Konsolen aus. Denn anstelle von Kryptowährung farmten die Verantwortlichen FIFA-Coins.

Lukrative virtuelle Münzen

Auf den gefundenen Konsolen spielten Bots im FUT-Modus durchgehend FIFA. Dabei kassierten sie zumindest die Antrittsmünzen jeder Partie. Obwohl das meist nur ein paar Coins sind, kommen über einen längeren Zeitraum durchaus große Summen zusammen – erst recht, wenn man ein unermüdlicher Bot ist.

Die erwirtschafteten Münzen werden üblicherweise auf Internet-Seiten gegen Echtgeld verkauft. So funktioniert das illegale Geschäftsmodell. Da die Coins günstiger sind als FIFA-Points und man mit letzteren auch nur Packs kaufen kann, lassen sich viele Spieler immer wieder zum Erwerb der Münzen verleiten – sogar Profis.

Ein Beispiel: Auf einer zufällig herausgesuchten Seite kosten eine Million Coins in FIFA 21 auf der PS4 knapp 50 Euro. Für 100 Euro verkauft EA SPORTS im PlayStation-Store hingegen 12.000 FIFA-Points, was einem umgerechneten Pack-Wert von 600.000 Coins entspricht. Der Unterschied ist deutlich.

Derlei Machenschaften scheinen entsprechend beliebt sowie rentabel zu sein und laufen bereits seit mehreren Jahren unter der Nase von EA SPORTS ab. Der Entwickler versucht dagegen vorzugehen, indem er Käufer und Verkäufer abstraft, diese sind aber oft nur schwer zu finden – außer anscheinend für den ukrainischen Geheimdienst.

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Christian Mittweg

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