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UEFA führt Charta zu Gehirnerschütterungen ein

Anleitung zum richtigen Umgang

UEFA führt Charta zu Gehirnerschütterungen ein

Kopfverletzungen kommen im Fußball immer wieder vor: Hier hat es die Bielefelder Stefan Ortega Moreno (re.) und Jacob Laursen erwischt.

Kopfverletzungen kommen im Fußball immer wieder vor: Hier hat es die Bielefelder Stefan Ortega Moreno (re.) und Jacob Laursen erwischt. picture alliance/dpa

Damit will die UEFA "Spielerinnen und Spieler, Coaches, Unparteiische, medizinisches Personal und die breite Öffentlichkeit für die Risiken von Gehirnerschütterungen im Fußball sensibilisieren".

Mit der Unterzeichnung der Charta bekennen sich Klubs und Nationalmannschaften zum UEFA-Verfahren bei Kopfverletzungen, das sich im Wortlaut so liest:

• Besteht der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel und lässt den verletzten Spieler vom Mannschaftsarzt untersuchen. Die Spieler sollten derweil Ruhe bewahren und sich nicht in die Untersuchung einmischen.

• Grundsätzlich sollte die Untersuchung nicht länger als drei Minuten dauern, es sei denn, ein ernsthafter Vorfall erfordert es, den Spieler auf dem Spielfeld zu behandeln oder für einen sofortigen Transport ins Krankenhaus ruhigzustellen.

• Ist eine Diagnose innerhalb dieser drei Minuten nicht möglich und/oder besteht ein Verdacht auf Gehirnerschütterung, so sollte es dem Spieler nicht erlaubt werden, weiterzuspielen.

• Ein Spieler, der eine Kopfverletzung erleidet, die auf eine mögliche Gehirnerschütterung hin untersucht werden muss, darf erst weiterspielen, wenn der Mannschaftsarzt dem Schiedsrichter ausdrücklich bestätigt hat, dass der Spieler dazu in der Lage ist.

Dabei liegt die Entscheidung ausschließlich beim Mannschaftsarzt. Trainer, Unparteiische und Spieler dürfen sich nicht in die Untersuchung und die Entscheidung des Arztes einmischen.

DFB-Arzt Meyer: "Jeder sollte wissen, was zu tun ist"

Die UEFA ruft alle Mannschaftsärzte dazu auf, diesen Ablauf Profis, Trainern und Betreuern in klubinternen Informationsveranstaltungen näherzubringen. "Eine Gehirnerschütterung ist zweifellos eine gravierende Verletzung, die einen richtigen Umgang sowie eine korrekte Behandlung erfordert", sagt Tim Meyer, Vorsitzender der Medizinischen Kommission der UEFA und Teamarzt der deutschen Nationalelf.

"Auch wenn Forschungsstudien zu dem Schluss gekommen sind, dass die Inzidenz im Fußball niedrig ist, sollte jedermann wissen, wie die richtige Reaktion angesichts einer Gehirnerschütterung auf dem Fußballplatz aussieht und was zu tun ist", so Meyer weiter. "Durch die Unterzeichnung dieser Charta zeigen die Klubs und Nationalmannschaften ihre Unterstützung für die Aktivitäten der UEFA zur Sensibilisierung für das Thema Gehirnerschütterungen und machen so einen riesigen Schritt hin zum Schutz ihrer Spielerinnen und Spieler."

jpe

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