Nationalelf

DFB-Bundestag wählt Koch aus Präsidium - Sinning gewinnt

Klares Votum bei der Wahl zum Vizepräsidenten

Überraschung: DFB-Bundestag wählt Koch aus Präsidium - Sinning gewinnt

Rainer Koch (li.) hat bei der Wahl zum Vize-Präsidenten gegen Silke Sinning verloren. 

Rainer Koch (li.) hat bei der Wahl zum Vize-Präsidenten gegen Silke Sinning verloren.  IMAGO/Nico Herbertz

Koch unterlag bei der Wahl zum Vizepräsidenten in Bonn der Sportwissenschaftsprofessorin Silke Sinning überraschend deutlich und erhielt nur 68 von 246 Stimmen. Sinning bekam 163 Stimmen. 

Koch hatte den Verband als bisheriger 1. Vizepräsident in den vergangenen Jahren gleich dreimal interimsmäßig geführt, nachdem Wolfgang Niersbach, Reinhard Grindel und zuletzt Fritz Keller jeweils vorzeitig vom Amt des Präsidenten zurückgetreten waren. In seiner Bewerbungsrede berief sich der 63-Jährige vorwiegend auf zuvor getroffene Absprachen und äußerte zudem Kritik an der Rivalin, was bei etlichen Delegierten nicht gut ankam.

Der langjährige Vizepräsident war in der Vergangenheit immer heftiger für seine Rolle bei den DFB-Krisen attackiert worden und galt vielen als nicht mehr haltbarer Strippenzieher bei den Machtkämpfen hinter den Kulissen. Zuletzt hatten Zwanziger, Grindel und Keller dazu aufgefordert, das "System Koch" zu beenden.

Sinning "wollte Mut zeigen"

Sinning gehörte zum Team von Peter Peters, der bei der zuvor erfolgten Wahl des neuen DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf unterlegen war. Dennoch trat die promovierte Sportwissenschaftlerin danach gegen Koch an und gewann die Abstimmung.

Damit endet die 15-jährige Amtszeit Kochs im DFB-Präsidium. Als Vertreter des Süddeutschen Fußball-Verbandes wird er jedoch weiter im Vorstand des Verbandes sitzen.

"Mit diesem Ergebnis habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich wollte Mut zeigen. Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen", sagte die sichtlich gerührte Sinning. In ihrer Bewerbungsrede hatte sie offensiv für ihre Wahl geworben und dafür viel Applaus erhalten.

Grindel fordert: Neuendorf statt Koch im UEFA-Exekutivkomitee

Für Koch hat die Wahlniederlage indes weitere Folgen: Er kann seinen Posten im UEFA-Exekutivkomitee nur noch für die laufende Amtszeit bis 2025 ausüben. Die Regularien des Kontinentalverbandes sehen vor, dass Mitglieder ihres Top-Gremiums in ihrem Nationalverband Präsident oder Vizepräsident sein müssen. Die Nominierung für eine weitere UEFA-Amtszeit ist dadurch nicht mehr möglich.

Bernd Neuendorf ist die Nummer 14: Die bisherigen DFB-Präsidenten

Im UEFA-Exekutivkomitee sitzt er seit 2020. Der Platz ist nicht automatisch für einen deutschen Kandidaten reserviert. Weiterer deutscher Vertreter ist Karl-Heinz Rummenigge als Repräsentant der European Club Association.

Da Peters als Mitglied des FIFA-Councils bei der DFB-Präsidentschaftswahl gegen Neuendorf verlor, ist auch im höchsten Weltverbandsorgan kein Mitglied des DFB-Präsidiums mehr vertreten. Nach seinem überzeugenden Auftritt in Bonn dürfte Neuendorf künftig aufgefordert werden, den deutschen Fußball auch in den internationalen Gremien zu vertreten.

Eine erste Wortmeldung dazu gab es bereits vom ehemaligen Verbandspräsidenten Grindel: "Ich rate Neuendorf nach dem Verlauf des Bundestages sehr dazu, auch die Vertretung des DFB im UEFA-Exekutivkomitee anzustreben."

pau/dpa/sid