Bundesliga

Über was sich Streich "wahnsinnig wundern müsste"

Freiburgs Trainer kündigt neue Spieler an - und will nichts ausschließen

Über was sich Streich "wahnsinnig wundern müsste"

Hat noch keine Pläne, wenn im Sommer seine Zeit beim Sport-Club vorbei ist: Christian Streich.

Hat noch keine Pläne, wenn im Sommer seine Zeit beim Sport-Club vorbei ist: Christian Streich. picture alliance/dpa

"Ich bin nicht so der Netzwerker, es kamen keine hunderte von Nachrichten", erzählte Streich über die Zeit nach seiner Abschiedsankündigung am Montag vergangener Woche. Die umfangreiche Berichterstattung über sein nahendes Ende als Freiburg-Trainer, geschrieben, sowie in Bild und Ton, hat er aber schon wahrgenommen - in Teilen zumindest. Das sei "überwiegend nett" gewesen, nur manche Bilder und Aufnahmen in "aufgeregter Pose" hätte man nach dem Geschmack von Streich weglassen können.

Er schaue nicht selten die "Tagesschau", oder das "heute-journal", insgesamt sei es etwas "komisch gewesen, dass überall solche Sachen kommen, weil du das ja tatsächlich selber dann bist, sonst sieht man ja andere Leute". Er selbst schaue sich ansonsten keine eigenen Auftritte oder Interviews an: "Ich spule nicht zurück, um zu schauen, was ich gemacht habe, um es dann beim nächsten Mal anders zu machen. Ich studiere das nicht." Zwei Tage sei es vorige Woche ein bisschen mehr öffentlicher Rummel gewesen.

Streich kündigt neue Spieler an

"Ein paar sehr nette SMS habe ich bekommen und ganz wenige Anrufe. Und dann kam die Meldung mit dem Julian, dann ging es weiter, das war gut, dann konnte ich andere anschauen", sagte Streich, der es "extrem erfreulich" findet, dass ihm sein früherer Kapitän und aktueller Trainerkollege Julian Schuster nachfolgen wird.

Da müsste ich mich wahnsinnig wundern, wenn ich im Juli irgendwo aufschlagen würde.

Christain Streich über seine nähere Zukunft

Schuster werde die von Streich in seinem Abschiedsvideo von ihm als nötig erachtete neue Energie reinbringen. Darüber hinaus werde es weitere Veränderungen geben: "Was wichtig ist, sind Spielerverpflichtungen, weil der Verein da jetzt neue Energie braucht. Das wird passieren, da freue ich mich auch total, weil wir das gemeinsam besprechen und Gespräche führen konnten. Da sieht es positiv aus."

"Ich habe keine Pläne, keine Schublade"

Wenn die von Streich angekündigten Spieler zum SC kommen, wird er allerdings nicht mehr da sein. Und wie geht es mit ihm weiter? "Dass ich dann nicht mehr mit den Jungs zusammen bin, mit denen ich so lange gearbeitet habe, ist einfach was Persönliches. Da muss ich dann schauen, wie ich damit umgehe", sagt Streich: "Ich habe keine Pläne, ich habe keine Schublade, die ich aufmachen kann, weil ich viel zu sehr in der Tagesarbeit involviert war." Den Fokus auf das Sportliche will er auch bei seinen acht Abschiedsvorstellungen in der Liga so gut wie möglich bewahren.

Christian Streich (l), Cheftrainer des SC Freiburg, sitzt während einer Pressekonferenz im Europa-Park-Stadion und spricht. Der SC Freiburg spielt am 30.03.2024 in Mönchengladbach gegen die Borussia. Für Cheftrainer Streich ist es eines der letzten Spiele vor dem selbstgewählten Abschied aus dem Amt.

"Erst duschen, dann anziehen": Streich philosophiert über Alltag ohne Job

alle Videos in der Übersicht

Und dann wisse er wirklich noch nicht, was genau er machen wolle und wie es ihm im neuen Lebensabschnitt gehen werde. Den Wegfall der ihm seit 29 Jahren bekannten Strukturen und Abläufe im Trainerjob sieht er jedenfalls als große Herausforderung im dann neuen Alltag. Der aber zumindest zunächst einmal nötig sein werde - um Pause zu haben: "Die letzten zwei Jahre mit den vielen Spielen waren noch mal außergewöhnlich toll bis jetzt, aber sie waren energetisch brutal intensiv. Deshalb kann ich gar nicht sagen, wie es im Juli ist. Es kommt ganz darauf an, wie viel Zeit und was ich brauche, um mich ein Stück weit zu regenerieren und zu erholen."

Podcast
Podcast
Patrick Owomoyela, wie kann der BVB die Königsklasse gewinnen?
21:18 Minuten
alle Folgen

Neuer Job ab Juli? "Da müsste ich ein besonderes Mittel gefunden haben"

Von der Entscheidung, am Saisonende aufzuhören, ist Streich weiter voll überzeugt: "Keiner hat sich mehr damit auseinandergesetzt als ich. Daher war es jetzt an der Zeit. Und das bleibt richtig, egal, was kommen wird." Da er gar nicht wisse, wie er mehrmals betonte, wie sich die Zukunft ohne den Trainerjob beim SC anfühlen werde, wollte Streich für seine Zukunft explizit gar nichts ausschließen.

Auch nicht eine andere Anstellung als Trainer, obwohl er auch bekräftigte: "Da müsste ich mich wahnsinnig wundern, wenn ich im Juli irgendwo aufschlagen würde. Dann müsste ich irgendwie ein besonderes Mittel gefunden haben, das schnell wirkt in der Regeneration. Ich weiß nicht, ob das auf dem Markt ist und wenn es auf dem Markt ist, ist es wahrscheinlich unbezahlbar, oder illegal."

Carsten Schröter-Lorenz

"Spielsch'! Übsch'!" Christian Streich in 25 Sprüchen