Bundesliga

Über 35 Millionen Euro Umsatzeinbußen beim FC Augsburg

Augsburg macht wegen Corona erstmals Verlust

Über 35 Millionen Euro Umsatzeinbußen beim FCA

Auch dem FC Augsburg setzte die Corona-Pandemie stark zu.

Auch dem FC Augsburg setzte die Corona-Pandemie stark zu. imago images

"Wir sind stabiler als andere Vereine, aber wir werden die laufende Saison coronabedingt erstmalig, zumindest seit wir am Ruder sind, mit einem Millionenverlust abschließen", sagte Finanz-Geschäftsführer Michael Ströll der "Augsburger Allgemeinen". Auch für die folgende Spielzeit 2021/22 rechnet Ströll mit einem deutlichen Minus: "Stand heute müssen wir auch in der kommenden Saison mit einem niedrigen zweistelligen Millionenverlust planen."

Die Saison 2019/20 schloss der FCA laut Ströll zwar "mit einem leichten Plus im sechsstelligen Bereich" ab. Allerdings fielen durch den Ausbruch der Pandemie Einnahmen in den Bereichen Zuschauer, Sponsoren und TV-Geld weg: "Der Cash-Verlust in dem Jahr lag im zweistelligen Millionenbereich", so Ströll. Exakte Zahlen hat der Klub bislang nicht veröffentlicht, da die Mitgliederversammlung aufgrund der Pandemie verschoben wurde.

Trotz dieser Einbußen will der FCA weiterhin auf staatliche Hilfen wie Kurzarbeitergeld oder subventionierte Kredite verzichten und mit eigenen Mitteln durch die Krise kommen. "Wir wollen keine Steuergelder indirekt in Anspruch nehmen", betont Ströll. Ein erneuter Gehaltsverzicht der Profis, wie am Ende der vergangenen Saison, sei möglich: "Die Diskussion werden wir weiterhin führen müssen, wenn sich die Situation nicht verbessert."

"Das führt zu einer gewissen Wettbewerbsverzerrung"

Satte Gewinne in den Jahren vor der Pandemie verleihen dem FCA im Vergleich zu anderen Klubs ein gewisses Polster. "Der Abschmelzungsprozess durch Corona hat bei uns also von einem höheren Level begonnen", sagt Klubchef Klaus Hofmann. Das Verhalten anderer Vereine kritisiert der FCA-Boss zum wiederholten Male scharf: "Es war schon entlarvend, dass zwei Wochen nach den Einschränkungen durch Corona im April 2020 einige Vereine Staatshilfen beantragen mussten. Das führt zu einer gewissen Wettbewerbsverzerrung, die eigentlich nicht zu akzeptieren ist. Von diesem unsäglichen Geschwätz von der Solidarität 2020 ist doch nichts übrig geblieben."

Einen Beitrag zur finanziellen Stabilität in schwierigen Zeiten erhofft sich der FCA durch den Einstieg von US-Unternehmer David Blitzer, der 45 Prozent der Anteile an der Hofmann Investoren GmbH übernahm.

David Bernreuther

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