U 21

U-21-Lichtblicke: Kilian und Neuling Berisha

Altach-Profi "köpfelt" in der Not und gibt wichtige "Auflage"

U-21-Lichtblicke: Kilian und Neuling Berisha

Luca Kilian und Mergim Berisha

Positiv aufgefallen: Luca Kilian und Mergim Berisha. imago images/Getty Images

Aus Zenica in Bosnien und Herzegowina berichtet Carsten Schröter-Lorenz

Luca Kilian hatte eine gute Sicht auf die Dinge. Von hinten war dem Innenverteidiger natürlich auch aufgefallen, woran das deutsche Spiel in Bosnien krankte, vor allem in der Offensive. "Die Bosnier waren 25 Meter vor dem eigenen Tor. Uns ist es schwergefallen, Tempo aufzunehmen, wir hätten weniger Kontaktzeit haben dürfen, öfter verlagern und diagonal spielen müssen. Wir arbeiten immer an den Abläufen, die haben wir aber nicht so gut auf die Platte gekriegt", stimmte Kilian im Gespräch mit dem kicker in die Kritik seines Trainers ein.

Sein Kerngeschäft erledigte der Abwehrmann jedoch zur allgemeinen Zufriedenheit. Der Paderborn-Profi strahlte Präsenz aus und rettet einige Male aufmerksam durch sein Tempo und geschickte Zweikampfführung in gefährlichen Situationen. Und dann sorgte er auch noch in bester Stürmermanier per Abstauber für die wichtige Führung. "Ich habe spekuliert, der Torwart hat auf mich nicht den sichersten Eindruck gemacht. Ich dachte, wenn der Tim jetzt schießt, gehst du auf jeden Fall auf den zweiten Ball. Super, dass es so gepasst hat", sagte Kilian, der vom Fehler des bosnischen Torwarts Kovacevic nach Handwerkers Fernschuss profitierte. "Es war ein richtig geiles Gefühl", freute sich der seit U-18-Zeiten Berufene über seinen ersten Treffer im DFB-Dress überhaupt.

Wie beim 1:1 in Spanien, als Kilians Innenverteidiger-Kollege Nico Schlotterbeck traf, der auch diesmal wieder eine Halbzeit hinten links spielte, sorgte also wieder ein Abwehrmann für zählbare Offensivimpulse. Dafür revanchierte sich Stürmer Mergim Berisha, der in der Schlussphase bei Eckbällen der Bosnier einige Male den Ball aus der Gefahrenzone köpfte. Noch wichtiger aber: Auch der 1,88-Meter-Mann erfüllte seine Kernaufgabe äußerst zufriedenstellend.

Berisha bringt etwas Erfrischung in die sonst oft eintönigen Statements

In der sonst lahmenden Offensive hatte der erst in der 77. Minute gekommene Joker mit seiner Flanke auf den ebenso eingewechselten Angriffskollegen Lukas Nmecha den entscheidenden Geistesblitz vor dem beruhigenden 2:0. "Es war wichtig, dass ich die Auflage gemacht habe, dass wir das zweite Tor nachlegen konnten, das hatte Einfluss auf das Spiel. Und es hat gutgetan, dass ich die Bälle durch meine Größe rausgeköpfelt habe", brachte der im Red-Bull-Salzburg-Netzwerk ausgebildete und aktuell für den SCR Altach auflaufende Profi mit seinem österreichisch eingefärbtem Idiom etwas Erfrischung in die sonst oft eintönigen Spielerstatements.

Geboren ist Berisha jedoch knapp jenseits der Grenze, im deutschen Berchtesgaden. Deshalb konnte ihn der DFB für die beiden U-21-Spiele im Oktober nominieren. In der zweiten Hälfte gegen Spanien hatte Berisha schon ein ordentliches Debüt abgeliefert. "Es ist ein schönes Gefühl, für Deutschland zu spielen. Ich bin dankbar für das Vertrauen vom Trainer, für die Minuten, die ich bekommen habe und, dass ich der Mannschaft helfen konnte", sagte Berisha, dem nun nur noch die Tor-Premiere zum perfekten Stürmerglück fehlt. Nächste Chance bei erneuter Berufung: Am 17. November, wenn es in Freiburg gegen Belgien geht.

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