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Brighton-Chelsea 1:3: Twitter-Spott für Havertz, Lampard lobt Werner

Chelseas Torwartproblem hält an

Twitter-Spott für Havertz - Lampard lobt Werner

Luft nach oben, der eine mehr, der andere weniger: Kai Havertz (l.) und Timo Werner bei ihrem Debüt für den FC Chelsea.

Luft nach oben, der eine mehr, der andere weniger: Kai Havertz (l.) und Timo Werner bei ihrem Debüt für den FC Chelsea. imago images (2)

Einmal bekam Kai Havertz sogar einen Sonderapplaus von Frank Lampard. In der 74. Minute sprintete er seinem Gegenspieler über den halben Platz hinterher, um ihn im eigenen Strafraum schließlich vom Ball zu trennen. In diese Situation war Havertz allerdings nur geraten, weil er den Ball zuvor verloren hatte.

Und so sprach Trainer Lampard nach dem Spiel, das Chelsea am Montagabend in Brighton mit 3:1 gewann, von "flüchtigen Eindrücken", die er von der Klasse seines 80-Millionen-Euro-Neuzugangs gewonnen hatte. "Wir werden noch viel mehr sehen." Es war die Trainer-freundliche Umschreibung eines ziemlich durchwachsenen Premier-League-Debüts.

Havertz merkt: "Die Premier League ist viel härter als die Bundesliga"

Der "Guardian" nannte Havertz eine "träge Figur", die BBC seine Leistung "dezent". Und viele Fans machten sich bei Twitter & Co. vor allem über einen völlig missratenen Flügelwechsel ins Seitenaus lustig. Auch für das Drumherum gilt eben, was Havertz nach seinem ersten Auftritt feststellte: "Die Premier League ist viel härter als die Bundesliga."

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Nach "langem Urlaub" und nur "fünf, sechs Tagen mit der Mannschaft" sprach der 21-Jährige auf Chelseas Website von einem "sehr schweren Spiel", das für ihn nach 80 Minuten zu Ende war. Seine professionelle Einschätzung nach 38 Ballkontakten, einer Torschussvorlage und null Ballberührungen im gegnerischen Strafraum: "Wichtiger ist, dass wir gewonnen haben."

Werner schon angekommen - doch Chelsea zeigt auch alte Probleme

Timo Werner, dem zweiten deutschen Nationalspieler, der jetzt bei Chelsea spielt, war anzumerken, dass er sich schon ein wenig länger in der neuen Umgebung bewegt. "Ich war sehr zufrieden mit Timo", lobte Lampard seinen Stürmer, der den Elfmeter zur Führung herausgeholt und insgesamt fünf Torschüsse abgegeben hatte. "Er hat sein Tempo und seine Qualitäten gezeigt. Er ist sehr beweglich und kann uns sehr voranbringen. Man hat gesehen, dass er schon ziemlich fit ist."

Weil das - wie bei vielen anderen Klubs am ersten Premier-League-Wochenende auch - längst nicht allen anzumerken war, hatte Chelseas erster Sieg nach der kostspieligen Shoppingtour mehr von Arbeit als von Show. Und dass die alten Probleme nicht plötzlich weg sind, zeigte das Gegentor: Die Chelsea-Defensive verteidigte zu passiv, und Kepa ließ Leonardo Trossards haltbaren Fernschuss passieren.

Lampard nimmt unglücklichen Kepa in Schutz - Neuverpflichtung rückt näher

Der teuerste Torwart der Welt knüpfte also an eine Saison an, an die er nun wirklich nicht anknüpfen wollte. Und auch wenn ihn Lampard in Schutz nahm ("Ich weiß nicht, ob er sich bei dem Schuss besser verhalten kann - aber ich habe ihn in seinem Spiel selbstbewusster erlebt"): Mit Edouard Mendy (28, Stade Rennes) steht ein neuer Schlussmann vor dem Wechsel nach London.

"Kepa ist hier, er ist unser Torwart, und ich bin mit ihm zufrieden", meinte Lampard - ein Abschied des noch bis 2025 gebundenen Spaniers steht offenbar nicht bevor: "Wenn wir neue Konkurrenz verpflichten, wird es Konkurrenzkampf geben. Das liegt in Chelseas Natur."

Werner gegen Liverpool einsatzfähig - Havertz' Ansage

Für das Spitzenspiel gegen Meister Liverpool am Sonntag (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker) versprach Lampard insgesamt eine "bessere" Leistung, die auch nötig sein dürfte. Werner, der beim Elfmeter einen Schlag abbekam, wird seinem Trainer zufolge einsatzfähig sein; auch Havertz dürfte gleich die nächste Bewährungsprobe erhalten. "Es wird ein sehr schweres Spiel für uns", prophezeit der Ex-Leverkusener. "Für sie aber auch."

jpe

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