Europa League

Tuta gesperrt - Im Camp Nou steht Toure vor seiner größten Prüfung

Frankfurt: Krösche lobt die Professionalität des Reservisten

Tuta gesperrt - Im Camp Nou steht Toure vor seiner größten Prüfung

Stabil gegen Barça - auch am Donnerstag? Almamy Toure mit Pedri.

Stabil gegen Barça - auch am Donnerstag? Almamy Toure mit Pedri. IMAGO/Revierfoto

Seit dem 1:1 in Augsburg am 16. Januar verzichtete Trainer Oliver Glasner in der Bundesliga auf Toures Dienste. Mal saß der Verteidiger auf der Bank, mal auf der Tribüne. Durch die Verpflichtung von Ansgar Knauff, der sich als Schienenspieler rechts im 3-4-3 festgespielt hat, ist es für den flexibel einsetzbaren Malier noch schwieriger geworden, auf Spielminuten zu kommen.

Ausgerechnet gegen den FC Barcelona war es dann am vergangenen Donnerstag mal wieder so weit. Nach Tutas Gelb-Roter-Karte kam Toure in der 80. Minute in die Partie und zeigte in der Schlussphase als rechter Innenverteidiger in der Dreierkette eine stabile Leistung.

Das Rückspiel im Camp Nou könnte nun zu Toures größter Prüfung werden. Zwar ist es auch denkbar, dass Trainer Oliver Glasner Makoto Hasebe zentral in der Dreierkette aufbietet und Martin Hinteregger Tutas Posten einnimmt, sehr wahrscheinlich ist das aber nicht. Schließlich überragte Hinteregger am vergangenen Donnerstag im Mann-gegen-Mann-Duell gegen Pierre-Emerick Aubameyang. Es wäre riskant, nun den langsameren und weniger robusten Hasebe auf Aubameyang anzusetzen.

Deshalb spricht viel dafür, dass Toures Stunde schlägt. "Almamy hat sich in den letzten Wochen und Monaten extrem professionell verhalten, immer an sich gearbeitet, im Training Gas gegeben und sich angeboten. Die Leistung, die er letzte Woche gebracht hat, hat er sich erarbeitet", lobt Sportvorstand Markus Krösche.

Toure hat das Potenzial, ist aber zu leichtsinnig

Die große Frage ist, ob Toure angesichts von so geringer Spielpraxis der großen Herausforderung gegen Barça gewachsen ist. Mit seiner Dynamik, körperlichen Robustheit und passablen Technik verfügt Toure zweifelsohne über genügend Potenzial. Aufgrund zu vieler Unkonzentriertheiten und Leichtsinnsfehler blieb ihm der Durchbruch in Frankfurt bisher aber verwehrt. Letztmals über 90 Minuten spielte Toure am 27. Januar beim Test in Mainz (1:0), wo er einen ordentlichen Eindruck durch einen leichtfertig verursachten Strafstoß zunichtemachte.

Solche einfachen Fehler darf sich der 25-Jährige im Camp Nou unter keinen Umständen erlauben. Sollte sich Glasner für Toure entscheiden, wäre das auch für den Trainer ein Stück weit wie ein Griff in die Wundertüte.

Julian Franzke

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