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Turiner Probleme und Pläne - "Jedi-Ritter" Sami Khedira nach England?

Juventus-Frauen machen es CR7 & Co. vor - Weltmeister nach England?

Turiner Probleme, Pläne, Wochen - "Jedi-Ritter" Khedira nach England?

Cagliari und schwere Wochen vor der Brust: Andrea Pirlo.

Cagliari und schwere Wochen vor der Brust: Andrea Pirlo. imago images

Nach einem 2:1-Erfolg am vergangenen Samstag rangiert Juventus mit den vollen 24 Punkten aus acht Spielen souverän an der Tabellenspitze der Serie A, stellt dabei ein Torverhältnis von 24:3 und ist inzwischen seit über 600 (!) Tagen ungeschlagen.

Was nach dem eigenen Selbstverständnis des italienischen Rekord- und Serienmeisters klingt, ist aber in Wahrheit das Resultat des Turiner Frauen-Teams. Dieses exisitiert erst seit 2017, hat direkt alle drei bisherigen Scudetti errungen und dominiert auch in dieser Spielzeit bislang nach Belieben.

FC Everton - Vereinsdaten
FC Everton

Gründungsdatum

01.01.1878

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Tottenham Hotspur - Vereinsdaten
Tottenham Hotspur

Gründungsdatum

05.09.1882

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Juventus Turin - Vereinsdaten
Juventus Turin

Gründungsdatum

01.11.1897

Vereinsfarben

Weiß-Schwarz

Juventus Turin - Vereinsdaten
Juventus Turin
Trainersteckbrief Pirlo
Pirlo

Pirlo Andrea

Spielersteckbrief Cristiano Ronaldo
Cristiano Ronaldo

Dos Santos Aveiro Cristiano Ronaldo

Spielersteckbrief Khedira
Khedira

Khedira Sami

Spielersteckbrief Bonucci
Bonucci

Bonucci Leonardo

Spielersteckbrief Dybala
Dybala

Dybala Paulo

Klar, die Männer stehen solch einer Serie in nichts nach, im Gegenteil: Neun Meisterschaften am Stück lautet die aktuelle Marke des 36-maligen italienischen Champions. Und doch tut sich bislang der Eindruck auf, dass die Alte Dame in dieser Saison wieder vom Thron gestoßen werden kann. Zwar haben die Bianconeri noch keine Serie-A-Partie gänzlich in den Sand gesetzt, doch vier Remis nach sieben Spieltagen sind eindeutig zu wenig. Hinzu gesellt sich noch der weiterhin geltende 3:0-Erfolg über Top-Team Napoli am Grünen Tisch. Wer weiß, wie das Spiel vor einigen Wochen wirklich nach sportlichen 90 Minuten ausgegangen wäre?

Pirlo, Agnelli und die Juve-DNA

Der Druck ist also hoch vor dem Heimspiel gegen Außenseiter Cagliari an diesem Samstagabend (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker), wenngleich dem neuen Trainer Andrea Pirlo auch weiterhin Zeit eingeräumt werden soll, Juve in neue, junge, erfrischende Bahnen zu lenken. An dringend erforderlichen Resultaten - schon jetzt ist der Rückstand auf Tabellenführer Milan vier Zähler - kommt allerdings auch der Weltmeister von 2006 nicht herum.

Juve-Boss Andrea Agnelli ist allerdings weiterhin felsenfest davon überzeugt, dass Pirlo das Schiff schaukeln wird - zumal die Umstände besonders sind. "Es ist ein besonderes Jahr, das von einer schrecklichen Pandemie geprägt ist, die die Welt schockiert hat", so der Präsident gegenüber "Calciomercato.com". Das alles sei "komplett unerwartet" gewesen, habe vieles verändert, Transfers verzögert und eine saubere Vorbereitung ausfallen lassen. Doch dank der "speziellen DNA", die Turin neun Scudetti in Serie eingebracht hat, glaube Agnelli, dass dieser Klub erneut zeigen könne, "der Stärkste" zu sein.

Juve-loses Italien, Dybala, Khedira

Immerhin kann Pirlo die vollgepackten Vorweihnachtswochen mit einem breiten Kader gestalten. Verletzungen Fehlanzeige, Cristiano Ronaldo (sechs Tore in vier Spielen) nach Corona-Auszeit und trotz Portugal-Aus in der Nations League sicherlich hochmotiviert - und auch in Sachen italienische Nationalspieler hat sich etwas Besonderes ergeben. Denn die seit sage und schreibe 22 Länderspielen ungeschlagenen, von Roberto Mancini trainierten Azzurri (bester Wert seit dem WM-Jahr 2006 unter Marcelo Lippi) sind nun beim 2:0 in Bosnien-Herzegowina (Teilnahme am Endturnier gesichert) komplett ohne Juve-Profi in der Startelf ausgekommen (Federico Bernardeschi ist noch eingewechselt worden). Das ist laut italienischen Quellen in den letzten zehn Jahren sonst nur dreimal vorgekommen (7. Oktober 2020, 9. September 2018, 15. August 2012).

Sami Khedira

Comeback in Sicht? Stimmen nach Sami Khedira werden lauter. imago images

Ausgeruht dürften Turiner Akteure wie Leonardo Bonucci, Giorgio Chiellini oder Federico Chiesa demzufolge sein. Gleiches gilt auch für den bislang enttäuschenden Paulo Dybala, der erst sechsmal in dieser Saison für Juve gespielt hat, auf nur ein Champions-League-Tor kommt und gar nicht in Argentiniens Nationalmannschaft eingeladen worden ist. Wie "Tuttosport" unter der Woche aber mitgeteilt hat, zeigt sich das Juwel (La Joya) hochmotiviert, hat selbstständig am Vereinsgelände trainiert - und möchte dringend wieder an seine Form von 2019/20 mit elf Toren und elf Vorlagen in 33 Ligaspielen (zum MVP der Saison gewählt) anknüpfen.

Wichtig über viele Jahre ist auch der seit 2015 für die Alte Dame spielende und vor dieser Saison von Pirlo aber aussortierte Khedira. Der deutsche Weltmeister von 2014, in der Vergangenheit oft mit großen Spielen zur Stelle und sehr oft von den italienischen Medien gefeiert (zum Beispiel als "Jedi-Ritter"), hat den Klub aber im Gegensatz zu anderen wie Blaise Matuidi oder Gonzalo Higuain nicht verlassen. Stattdessen ist der 33-jährige Mittelfeldmotor (dem Vernehmen nach sechs Millionen Euro Gehalt) geblieben - und wird nun immer mehr von Fans oder auch Gazetten als Rückkehrer gefordert. "Dem Mittelfeld von Juve scheint es an Charisma, Führung und Erfahrung zu mangeln", schreibt etwa die "Gazzetta dello Sport" über den zuletzt sehr oft verletzten Mann, mit dem noch 2018 verlängert worden ist. "Paradox: Alle drei Qualitäten sind in jenem Spieler zu finden, der eigentlich nicht mehr für das Projekt vorgesehen ist. Khedira, der in der Juve-Vergangenheit so nützlich war und nun vollkommen außen vor ist."

Die Premier League als Wunsch

Viel deutet aber nicht auf ein Comeback hin, eher zeichnet sich ein Abschied noch in diesem Winter ab. Und dann? England soll es für den früheren Stuttgarter im besten Fall werden. "Seit ich ein Kind war, habe ich immer davon geträumt, in der Premier League zu spielen", so der Ex-Nationalspieler in einem Interview mit "Sky Sport". "Ich bin absolut glücklich und zufrieden mit meiner Karriere, aber in England zu spielen habe ich noch nicht geschafft." Vorstellen könne sich Khedira laut eigener Aussage Tottenham, weil dort sein ehemaliger Real-Coach José Mourinho trainiert. "Ich habe Mourinho schon immer wegen seiner Ehrlichkeit geschätzt. Er ist ein großartiger Trainer. Wenn ich einen Anruf von ihm bekomme, würde ich nicht 'Nein' sagen." Aber auch Carlo Ancelottis Everton wäre interessant. Der langjährige Coach von Milan, Chelsea, Paris, Madrid, Bayern und Napoli "ist ein großartiger Mensch".

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