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Türkgücü vs. Bayern II: Münchner Stadtduell abgebrochen

Kind durch Pfefferspray verletzt

Türkgücü vs. Bayern II: Münchner Stadtduell nach Banner-Eklat abgebrochen

Polizei-Auflauf vor dem Bayern-Fanblock. IMAGO/Beautiful Sports

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Das Münchner Stadtduell zwischen Türkgücü und der U 23 des FC Bayern fand am Samstagnachmittag ein unschönes Ende. Erst wurde das Derby nach wenigen Minuten unterbrochen, eine knappe Dreiviertelstunde später von Schiedsrichter Simon Schreiner aus Sicherheitsgründen gänzlich abgebrochen. Der Auslöser war ein aufgehängtes, nicht genehmigtes Plakat des FC Bayern Fanclubs Kurdistan.

Der Stadionsprecher appellierte an die Vernunft der Anhänger, Bayern-Verantwortliche sprachen mit den eigenen Fans, die Polizei marschierte vor dem "Gästeblock" auf. Half alles nichts. Nach über einer halben Stunde schien es den Beamten zu bunt zu werden. Unter Zuhilfenahme von Schlagstöcken und Pfefferspray versuchten sie, das Banner zu entfernen. Bei diesem Vorgehen wurden Personen verletzt. Mehrere Krankenwagen kamen vorgefahren. Unter den Geschädigten soll auch ein Kind gewesen sein, das Pfefferspray in die Augen bekommen haben soll.

Dieses Banner war Auslöser für den Spielabbruch und Polizeieinsatz. IMAGO/Beautiful Sports

Was genau auf dem Banner zu lesen war, war zunächst unklar. Später bestätigte die Polizei, dass es sich auf dem Banner um das Wappen des Fanclubs mit der Aufschrift "FC Bayern Fanclub Kurdistan" handelte. Die türkischen Fans der Gastgeber seien aufgebracht gewesen, sagte der Münchner Polizeisprecher Werner Kraus dem "Spiegel". Unter Einsatz von Pfefferspray sei die Fahne abgenommen worden, um "die Provokation nicht länger aufrechtzuerhalten".

Der Bayerische Fußballverband äußerte sich zu den Geschehnissen ebenfalls: "Dass es zum Spielabbruch gekommen ist, kann beileibe nicht im Sinne des Fußballs sein - jede Form von Gewalt hat auf unseren Plätzen nichts zu suchen", so BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher.

dw