3. Liga

3. Liga: Türkgücü München bestätigt Rückzug von Investor Kivran

Genauer Zeitpunkt des Ausstiegs noch unklar

Türkgücü bestätigt Rückzug von Investor Kivran

Bislang Investor und Klubchef bei Türkgücü: Hasan Kivran.

Bislang Investor und Klubchef bei Türkgücü: Hasan Kivran. imago images

"Das Aus von Hasan Kivran können wir bestätigen", sagte Pressesprecher Frederic von Moers am Montag der dpa. Der genaue Zeitpunkt des Rückzugs stehe allerdings noch nicht fest. Kivrans Anteile an der Türkgücü Fußball GmbH stünden zum Verkauf. Ob sich der 54-Jährige auch aus dem Amt des Vereinspräsidenten zurückziehen wird, sei aktuell noch nicht geklärt.

Ohne solventen Nachfolger steht Saison auf wackligen Füßen

Plötzlich ist nun also Geschäftsführer Max Kothny damit beschäftigt, "unsere Gesellschaft zu retten", wie er von seinen Weihnachtstagen berichtete. Noch auf der eigentlich so beschwingten Rückfahrt vom Auswärtssieg in Meppen erfuhr Kothny "wie alle anderen auch aus der Presse", dass sich Kivran zum Jahresende verabschieden möchte. Über die Gründe hierfür schweigt sich Kothny weitgehend aus, natürlich hätten aber "finanzielle Aspekte eine Rolle gespielt". Ohne Zuschauer seien deutlich weniger Einnahmen generiert worden als geplant, auch über mangelnde Unterstützung von offizieller Seite beklagt sich der Türkgücü-Geschäftsführer. Momentan "laufen Gespräche mit Hasan Kivran und eventuellen Interessenten, die seine Anteile übernehmen wollen", so Kothny. "Wir haben ja auch laufende Einnahmen", ohne eine Einigung mit solventen Nachfolgern jedoch steht selbst die aktuelle Spielzeit auf wackligen Füßen. Im schlimmsten Szenario müsste die Saison mit einem Rumpfkader zu Ende gebracht werden.

Kothnys Verhandlungsgeschick gefragt

Damit jedenfalls bestätigt Kivran nun all jene Skeptiker, die dem ambitionierten "Projekt Türkgücü" von Beginn an kritisch gegenüberstanden. Der erst 24-jährige Kothny steht nun plötzlich nahezu alleine in der Verantwortung, die gesamte Türkgücü-Gesellschaft vor dem Untergang zu bewahren. Zunächst habe er auf "offene Kommunikation mit dem Trainerstab und den Spielern" gesetzt und die Umstände erklärt. Die Mannschaft soll nun zunächst wie geplant am 2. Januar den Trainingsbetrieb aufnehmen, ein Trainingslager war angesichts der kurzen Pause sowieso nicht geplant. Ob am Samstag allerdings schon ein neuer Besitzer vorgestellt werden kann, wird auch von Kothnys Verhandlungsgeschick in den kommenden Tagen abhängen. Dabei ist sich auch der junge Geschäftsführer bewusst, dass es aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Gesamtsituation "wohl noch nie einen schlechteren Zeitpunkt dafür gab". Fakt ist jedenfalls: Die Zukunft Türkgücüs liegt nun fast alleine in seinen Händen.

Der Verein spielt in dieser Saison erstmals in der 3. Liga und belegt zur Winterpause mit 24 Punkten aus 16 Spielen einen guten achten Tabellenplatz. Das Team um die Topscorer Sercan Sararer und Petar Sliskovic konnte vor Weihnachten mit Siegen in Verl und Meppen eine kleine Durststrecke beenden.

aho/mho

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