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Basketball-EM: Türkei im Glück, Slowenien feiert Auftaktsieg

Basketball-EM 2022, 1. Vorrunden-Spieltag

Türkei im Schiedsrichterglück - Slowenien feiert Auftaktsieg nach Taxifahrt in Köln

Eine Nummer zu groß: Luka Doncic bezwang mit Slowenien zum Auftakt Litauen.

Eine Nummer zu groß: Luka Doncic bezwang mit Slowenien zum Auftakt Litauen. IMAGO/Beautiful Sports

In der "deutschen" Gruppe B startete die EM mit dem Duell der zwei Außenseiter: Bosnien-Herzegowina setzte sich dabei dank einer starken zweiten Halbzeit gegen Ungarn mit 95:85 durch. Die Bosnier erwischten einen schlechten Start, konnten sich am Ende aber auf ihre Topleute Dzanan Musa, Jusuf Nurkic (jeweils 19 Punkte) und John Roberson (18) verlassen.

Vor dem Kracher zwischen Titelverteidiger Slowenien und Litauen zogen die Veranstalter den Unmut der Slowenen auf sich. "Guter Job Eurobasket, bei einer EM keine organisierten Busse für ein Spiel zur Verfügung zu stellen", beklagte sich Goran Dragic über die Organisation und meinte anschließend süffisant: "Nach 20 Minuten haben wir immerhin ein örtliches Taxi bekommen."

In der Halle war die Anreise dann aber schnell vergessen, rasch schalteten beide Teams in den sechsten Gang - und lieferten dem Publikum das erwartet enge Match. Slowenien um Superstar Luka Doncic hatte Vorteile vor der Halbzeit, Litauen indes danach. Das lag auch daran, dass die slowenische Treffsicherheit im dritten Viertel nachließ.

Die Vorentscheidung fiel im Grunde zwei Minuten vor Schluss, als Dragic einen Dreier zum 85:81 versenken konnte und sich Domantas Sabonis anschließend ein technisches Foul an Doncic erlaubte. Der Europameister brachte den 92:85-Erfolg letztlich über die Runden. Topscorer der Partie waren aber weder Doncic (14) noch Dragic (19.), vielmehr überragte der eingebürgerte US-Amerikaner Mike Tobey alle - der Center kam auf beachtliche 24 Zähler und 8 Rebounds.

Türkei profitiert von umstrittener Foulentscheidung

Erhitze Gemüter gab es derweil in Gruppe A. In Tiflis lieferten sich Montenegro und Gruppenfavorit Türkei einen spannenden Schlagabtausch, der erst in einer wilden Schlussphase entschieden wurde: Beim Stand von 69:68 für die Türkei vergab Montenegros Kendrick Perry acht Sekunden vor der Schlusssirene zunächst einen Dreier, doch Marko Simonovic schnappte sich den Rebound, bekam dann aber ein äußerst umstrittenes Offensivfoul an Cedi Osman gegen sich gepfiffen. Der Ballbesitz wechselte und Furkan Korkmaz verwandelte gar noch einen Buzzer Beater von ganz weit draußen zum 72:68-Sieg für die Türkei.

Zuvor hatten die sich um Umbruch befindlichen Spanier ihr Auftaktspiel gegen den krassen Außenseiter Bulgarien klar mit 114:87 (57:35) gewonnen. Lorenzo Brown erzielte 17 Zähler für den Weltmeister, dessen Trainer Sergio Scariolo durchaus gerne gesehen haben dürfte, dass gleich sieben seiner Spieler zweistellig punkteten.

Das Duell der No Names zwischen Belgien und Gastgeber Georgien entschieden die Roten Teufel knapp mit 79:76 nach Overtime für sich. 

drm

Johannes Thiemann

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