Champions League

Tuchels riskantes Spiel vor Chelsea-Duell mit Atletico Madrid

Ist Chelsea bereit für Atletico?

Tuchels riskantes Spiel

Hat bei Chelsea in einem Monat schon viel bewegt, erlebte in Southampton aber Rückschläge: Thomas Tuchel.

Hat bei Chelsea in einem Monat schon viel bewegt, erlebte in Southampton aber Rückschläge: Thomas Tuchel. picture alliance

Seit Thomas Tuchel den FC Chelsea übernommen hat, gibt es die gewohnten Lager: die Gewinner des Trainerwechsels wie Antonio Rüdiger, Timo Werner oder Marcos Alonso und die Verlierer wie Ben Chilwell oder Hakim Ziyech. Und dann gibt es Callum Hudson-Odoi, der womöglich gerade dabei ist, die Lager zu wechseln.

Als der 20-jährige Flügelspieler am Samstag beim 1:1 in Southampton zur Pause ein- und nach 31 Minuten wieder ausgewechselt worden war, lernte Tuchel ein paar englische Äquivalente für die Fußballvokabel "Höchststrafe" kennen. Von "Demütigung" und einem "brutalem Schritt" war da die Rede. Und natürlich stellte mancher gleich Hudson-Odois Zukunft bei Chelsea infrage, obwohl auch er bislang unter Tuchel viel regelmäßiger spielt als unter Frank Lampard.

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Tuchels Umgang mit Hudson-Odoi ruft ein geteiltes Echo hervor

Der neue Trainer selbst erklärte seinen aufsehenerregenden "Doppelwechsel" damit, dass ihm Hudson-Odois "Einstellung, Energie und Gegenpressing" missfallen habe, dass er schlicht "nie richtig im Spiel" gewesen sei. "Wir können es uns nicht erlauben, zehn oder fünf Prozent weniger zu geben." Diese Entscheidung sei "hart" und "vielleicht unfair" gewesen, aber "nichts, was zwischen uns stehen oder lange haften bleiben wird", so Tuchel. Doch es gibt zumindest leise Zweifel an dieser Prognose.

Und wieder scheint es zwei Lager zu geben: diejenigen, die begrüßen, dass Tuchel ein hierarchisches Zeichen gesetzt hat in einem Klub, "der gleichbedeutend mit Spielermacht" ("Guardian") ist; und diejenigen, die Hudson-Odoi ungerechtfertigt am Pranger sehen und konstatieren, zwischen Tuchel und Chelsea könnte es sich bereits "ausgeflittert" ("Daily Mail") haben.

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Tuchel: Warum er mit Hudson-Odoi "vor dem ganzen Team" sprach

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Sicher ist, dass Tuchel seit diesem Samstag anders wahrgenommen wird - extern, aber bestimmt auch intern. Er kritisierte ja nicht nur Hudson-Odoi verbal und nonverbal. Er betonte außerdem, Tammy Abraham zur Pause nicht aus gesundheitlichen Gründen ausgewechselt zu haben, obwohl dieser die zweite Hälfte mit einem Eisbeutel am Knöchel verfolgte. "Meine Aufgabe besteht darin, Spiele zu gewinnen, nicht ein paar teure Spieler zusammenzufügen", sagte der Ex-Trainer von Neymar, Mbappé & Co.

Die ersten richtig schweren Spiele für Tuchel kommen jetzt erst

Es ist ein riskantes Spiel vor gefährlichen Wochen. Denn so beeindruckend Chelseas Aufschwung gerade angesichts weniger Trainingsmöglichkeiten unter Tuchel ist - die stabilisierte Defensive, das neue 3-4-2-1, von dem nicht nur Werner profitiert, das organisierte Spiel nach vorne: Die ersten Härtetests kommen jetzt erst.

Nach fünf Siegen und zwei Remis gegen Wolverhampton, Burnley, Tottenham, Sheffield, Barnsley, Newcastle und Southampton geht es gegen Atletico, Manchester United und Liverpool weiter. Danach wird man mehr darüber wissen, ob Chelsea bereit für die Champions League ist - in der aktuellen und der kommenden Saison.

Am Sonntagabend versuchen Chelsea und Tuchel die Lage zu beruhigen

Gegen Southampton, das zuvor sechs Partien hintereinander verloren hatte, geriet Chelsea trotz N'golo Kantés starkem Startelfcomeback erstmals seit dem Trainerwechsel in Rückstand und Tuchel an der Seitenlinie immer wieder in Rage. "Wir haben 80 Meter kontrolliert, aber in den letzten 20 hat uns die Qualität gefehlt", resümierte Tuchel angesichts von nur drei Abschlüssen aufs Tor, doch da sprachen alle anderen schon über Hudson-Odoi.

Wohl um dieser Debatte die Wucht zu nehmen, veröffentlichte Chelsea am späten Sonntagabend ein paar neue Tuchel-Aussagen. Er habe mit Hudson-Odoi und der Mannschaft gesprochen, "für mich ist es absolut keine große Sache. Die wird es nur, wenn die Leute darüber sprechen wollen." Am Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) in Bukarest gegen Atletico habe Hudson-Odoi "jede Chance" auf einen Platz in der Startelf.

jpe

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