Bundesliga

Tuchel: Klare Vorstellungen und ein tiefer Blick

Dortmund: Beginnt mit dem neuen Coach eine neue Ära?

Tuchel: Klare Vorstellungen und ein tiefer Blick

Kann seine Vorstellungen künftig in Dortmund umsetzen: Thomas Tuchel.

Kann seine Vorstellungen künftig in Dortmund umsetzen: Thomas Tuchel. Getty Images

"Wir wollen Kontinuität auf dieser Position", erklärte HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer mit Blick auf die Besetzung des Trainerpostens und hatte dabei Thomas Tuchel ins Auge gefasst. Die Zusammenarbeit kam trotz intensiver Bemühungen nicht zustande. Auch beim VfB wurde Tuchel gehandelt, Leipzig, wo Tuchels einstiger Mentor Ralf Rangnick als Sportdirektor das Sagen hat, hätte ihn gerne verpflichtet. Obwohl im Sabbatjahr und öffentlich eigentlich nicht präsent, war Tuchel in aller Munde - die Nachwirkungen seines Trainerdaseins in Mainz.

Thomas hat eine klare Vorstellung, welchen Fußball er sehen will.

Erich Rutemöller, unter dem Tuchel 2006 die Fußballlehrer-Lizenz beim DFB erwarb

Dortmund hat das Rennen gemacht und erhält einen Trainer, der "einfach perfekt analysieren" kann, wie Niko Bungert, der derzeitige Kapitän der Mainzer über seinen Ex-Coach erklärt: "Seine Matchpläne funktionieren, er macht die Spieler einfach besser und bringt sie hinter sich." Lob erhält der Trainer auch von Nationalspieler André Schürrle (jetzt Wolfsburg), der einst unter Tuchel in Mainz den Sprung zum Bundesliga-Profi schaffte. "Er weiß alles, die Ansprachen sind top und er nimmt jeden Spieler mit."

Tuchels positive Bilanz

Unter Tuchels Fittichen hat Mainz in 170 Bundesliga-Spielen eine positive Bilanz erreicht (65 Siege, 44 Unentschieden und 61 Niederlagen). Erstellt man eine Tabelle der fünf Jahre andauernden Amtszeit von Tuchel, der in Mainz 2009 fünf Tage vor Saisonbeginn vom A-Jugend- zum Proficoach befördert wurde und bis Ende der Saison 2013/14 für den FSV verantwortlich zeichnete, so haben nur der FC Bayern (389 Punkte), Dortmund (350), Leverkusen (307) und Schalke (288) mehr Punkte eingefahren als Tuchel mit Mainz (239).

"Thomas hat eine klare Vorstellung, welchen Fußball er sehen will und kann das seinen Spielern beibringen und im Wettkampf steuern", hebt Erich Rutemöller, unter dem Tuchel 2006 die Fußballlehrer-Lizenz beim DFB erwarb, die Vorzüge des Trainers hervor. "Er hat einen tiefen Blick in die taktischen Abläufe, die technisch gelöst werden müssen."

"Sicher nicht immer angenehm"

"In seiner direkten Art ist Thomas sicher nicht immer angenehm, er kann anstrengend sein, weil er sehr ehrgeizig ist und immer sehr viel von sich, aber auch von anderen verlangt", ordnet Mainz-Manager Christian Heidel, der Wegbegleiter von Tuchel beim FSV, den künftigen Coach von Dortmund ein.

In Mainz hat der das Vakuum nach der Ära Jürgen Klopp (Februar 2001 bis Juni 2008) mit Bravour gefüllt, nun gilt es, das gleiche Kunststück beim BVB fertigzubringen. Dort hat Klopp seit dem 1. Juli 2008 deutliche Spuren hinterlassen (Deutscher Meister 2011 und 2012, Pokalsieger 2012 und Champions-League-Finalist 2013) und Tuchel eine große Aufgabe mit auf den Weg gegeben.

nik