Bundesliga

Tuchel: "Wir waren definitiv nicht bereit"

Müller fordert den "Wut-Motor"

Tuchel: "Wir waren definitiv nicht bereit"

Thomas Tuchel war nach dem 1:5 bedient.

Thomas Tuchel war nach dem 1:5 bedient. IMAGO/Eibner

"Wenn du eine Woche Vorbereitung hast, hast du nicht viele Argumente auf deiner Seite", musste Thomas Tuchel gegenüber "Sky" das bestätigen, was der FC Bayern München beim desolaten 1:5 bei Eintracht Frankfurt auf dem Platz gezeigt hatte: "Wir haben verdient verloren, auch in der Höhe." Ob der Trainer nach der Klatsche in der Kabine laut wurde, wollte Thomas Müller nicht verraten: "Das bleibt intern".

Gegen eine gute organisierte Eintracht fehlte es den Münchnern an Vielem. Offensiv gelang es dem FCB nicht, die stabile Frankfurter Verteidigung zu durchbrechen und in den Strafraum einzudringen. Bezeichnend: Das einzige Münchner Tor durch Joshua Kimmich gelang durch einen Distanzschuss. Defensiv offenbarte man derweil Lücken in Hülle und Fülle, die den effektiven Frankfurtern den Weg zum seltenen Kantersieg öffneten - erst zum vierten mal verlor der FCB in diesem Jahrtausend mit mindestens vier Toren Unterschied in der Bundesliga. Zuletzt geschehen im November 2019, als die Eintracht mit einem 5:1-Heimsieg die Amtszeit von Niko Kovac in München beendete.

Wir müssen auch dahin gehen, wo es weh tut

Thomas Müller

"Die erste halbe Stunde haben sie uns den Schneid abgekauft", stellte Thomas Müller fest und zeigte anschließend auf, woran es dem FCB im Vergleich zu den Gastgebern fehlte: "Wir müssen auch dahin gehen, wo es weh tut. Und Frankfurt hat uns das heute schon in einigen Situation gezeigt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir nicht wollen, aber sie haben einfach nochmal mehr durchgezogen und dadurch diese Dinger noch erzwungen, den Ball noch besser behauptet - so hat es ein bisschen gewirkt."

Tuchel übt Kritik - auch an sich selbst

Tuchel stellte ebenfalls den Einsatz der Mannschaft in Frage. "Das war heute zu viel und wir sind knallhart bestraft worden. Wir waren definitiv nicht bereit", so der Trainer. Es sei zwar "sehr schnell alles gegen uns" gelaufen - nach 36 Minuten lag man bereits 0:3 zurück -, doch "die Bereitschaft, die Energie, die es braucht, um auswärts Spiele zu gewinnen, war nicht da". Der FCB-Coach sparte nicht an Kritik, nahm aber dabei auch sich selbst nicht raus. "Wir haben die Mannschaft mehrfach darauf hingewiesen, aber die Message kam nicht rüber. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Die Mannschaftsleistung ist heute ungenügend - und zur Mannschaft gehöre ich dazu."

Die gesamte Trainingswoche habe man Wert darauf gelegt, "giftig zu sein und zu gewinnen - aber das haben wir definitiv nicht auf den Platz gebracht". Giftigkeit: Eine Tugend, die die Frankfurter zu zeigen wussten. "Sie haben Situationen, Ballgewinne, schießen Tore - und wir schießen nicht das Tor", musste Müller feststellen.

Der Routinier versicherte allerdings: "5:1 zu verlieren, da muss eine Reaktion folgen, da muss der Wut-Motor angehen. Wir werden aber nicht den Kopf verlieren, im Sport und hier in Frankfurt kann es immer mal schwierig werden.Am liebsten ist es mir, das passiert alles in einem Spiel, dann können wir das nächste Mal wieder weitermachen - und so wird es auch passieren. Wir werden zurückschlagen, aber wir haben nicht viel Zeit." Für die Münchener geht es bereits am Dienstag (21 Uhr) in der Champions League gegen Manchester United weiter. 

kmx