Basketball

Trotz Zuschauerzuwachs viele Brandherde in der BBL

Fragezeichen hinter Hagen und Köln

Trotz Zuschauerzuwachs viele Brandherde in der BBL

Köln 99ers

Wie geht es in Köln weiter? Die 99ers müssen sich laut BBL-Geschäftsführer Jan Pommer gehörig strecken. imago

Am Donnerstag trugen sich die EWE Baskets Oldenburg in die Meisterliste ein. Mit einem 71:70 im entscheidenden Play-off-Finalspiel gegen Bonn gewannen die Niedersachsen den ersten Titel ihrer Vereinsgeschichte. "Das spricht für die Ausgeglichenheit und die sportliche Qualität der Liga", sagt BBL-Geschäftsführer Jan Pommer und verweist stolz auf einen Zuschauerzuwachs um rund neun Prozent auf nunmehr 3690 Fans pro Spiel, mit dem die BBL in Europa auf Platz drei hinter Spanien und Italien steht.

Das Wechselspiel an der Spitze bringt aber auch Probleme mit sich. Dem Meister fehlen oftmals die Strukturen für höhere Aufgaben, sprich die Teilnahme an der Euroleague. "Wir müssen umdenken und umstrukturieren. Wir bewegen uns nun auf einer völlig neuen Ebene", sagt Oldenburgs Geschäftsführer Hermann Schüller. Wie schon Bamberg 2005 oder Köln im folgenden Jahr dürfen die EWE Baskets ihre Heimspiele nicht in ihrer angestammten Spielstätte austragen: Mit 3148 Zuschauerplätzen erfüllt die EWE Arena nicht die Anforderungen der Euroleague (Mindestkapazität: 5000 Sitzplätze). Als Ausweichquartiere stehen die Weser-Ems-Halle, eine in den 50er Jahren erbaute Viehauktionshalle, die heute als Messezentrum genutzt wird, oder der AWD Dome (11.000 Zuschauer) in Bremen zur Wahl.

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Im Vergleich zu anderen BBL-Standorten ist die Oldenburger Hallenfrage aber ein Luxusproblem. Dreieinhalb Monate vor Start der neuen Bundesligasaison (9. Oktober) steht noch nicht einmal die genaue Zahl der Teilnehmer fest.

Pommer: "Unser Ziel sind 18 Klubs, wie bisher. Aber nicht mit aller Macht. Wenn es weniger werden, dann kommen wir damit auch klar." Derzeit gibt es allerdings noch einige Brandherde:

Wildcard

Für Rückzieher Giants Nördlingen wird ein Nachrücker gesucht. Dieser wird am 9. Juli im Rahmen eines Wildcard-Verfahrens bestimmt. Einzige Bewerber sind die Absteiger der Vorsaison Bremerhaven und Gießen.

Gießen

Der Traditionsverein will den Abstieg nicht akzeptieren und kündigte, unabhängig vom Wild-Card-Verfahren, eine Klage vor dem Schiedsgericht an. Die Argumentation: Nach Nördlingens Rückzug müssten die 46ers in der Abschlusstabelle um eine Position auf einen Nichtabstiegsplatz vorrücken.

Hagen

Mit 1800 Zuschauerplätzen erfüllt die Ischelandhalle nicht die Anforderungen der BBL (mindestens 3000). Derzeit rüstet der Aufsteiger eine Tennis- und Badmintonhalle um. Als Deadline wurde von der BBL der 31. Juli gesetzt. "Die Zeit wird knapp", sagt Pommer.

Köln

Der Ex-Meister stand 2008 und im Frühjahr 2009 vor dem finanziellen Aus, auch für die neue Saison ist der vorgeschriebene Mindestetat (1 Million Euro) noch nicht gesichert. Pommer: "Köln wird sich bis an die Decke strecken müssen."

Wenigstens ist der "Brandherd Mitteldeutscher BC" mittlerweile gelöscht. Der Zweitliga-Meister überlegte lange, auf den Aufstieg zu verzichten. Erst nach einem Sponsorentreffen am Donnerstag gaben die Weißenfelser grünes Licht.

Dino Reisner