Tennis

Trotz starker Aufholjagd: Zverev verpasst das große Finale

French Open, 1. Halbfinale der Herren: Tsitsipas nutzt fünften Matchball

Trotz starker Aufholjagd: Zverev verpasst das große Finale

Verpasste das Finale der French Open gegen Angstgegner Stefanos Tsitsipas nach fünf Sätzen: Alexander Zverev.

Verpasste das Finale der French Open gegen Angstgegner Stefanos Tsitsipas nach fünf Sätzen: Alexander Zverev. Getty Images

Alexander Zverev hat den Einzug ins Finale der French Open knapp verpasst. Deutschlands bester Tennisspieler verlor am Freitag in Paris in einem dramatischen Halbfinale gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas mit 3:6, 3:6, 6:4, 6:4, 3:6 und muss damit weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten.

Tsitsipas verwandelte nach 3:37 Stunden seinen fünften Matchball, nachdem der erstmals im French-Open-Halbfinale stehende Zverev nach seinem zwischenzeitlich starken 2:2-Satzausgleich noch stark vier Matchbälle abgewehrt hatte.

Der starke Grieche, in diesem Kalenderjahr äußerst erfolgreich unterwegs, trifft nun in seinem ersten Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier am Sonntag auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen dem 13-maligen Paris-Gewinner Rafael Nadal aus Spanien und dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic aus Serbien.

Der Spielverlauf

Zverev erwischte vor 5000 Zuschauern auf dem Court Philippe-Chatrier einen schlechten Start und gab sofort seinen Aufschlag ab. Tsitsipas zog schnell auf 3:0 davon und bestimmte fortan das Geschehen. Nach gerade einmal 38 Minuten holte sich der Grieche, der im Vorfeld der French Open bereits die Sandplatz-Turniere in Monte Carlo und Lyon gewonnen hatte, den ersten Satz - auch weil sich Zverev bis zu diesem Zeitpunkt bereits elf vermeidbare Fehler geleistet hatte.

Die deutsche Nummer eins wirkte insgesamt nicht so druckvoll und dynamisch wie in den Runden zuvor und bewegte sich deutlich schlechter. Es schien so, als hätte Zverev die Pause von zwei Tagen nach seinem Viertelfinale gegen den Spanier Alejandro Davidovich Fokina nicht gut getan.

Doch im zweiten Satz steigerte sich Zverev zunächst und ging nun selbst mit einem Break in Führung. 3:0 stand es für den gebürtigen Hamburger, dann gelang ihm jedoch auf einmal nichts mehr. Tsitsipas machte sechs Spiele in Serie und holte sich auch den zweiten Satz. "Wenn er jetzt so weiter spielt, ist das Spiel in einer halben Stunde vorbei", sagte Tennis-Legende Boris Becker nach dem verlorenen zweiten Satz als TV-Experte bei "Eurosport".

Stefanos Tsitsipas

Hände hoch, Finalticket gesichert: Stefanos Tsitsipas steht im Finale von Roland Garros. Getty Images

Und Zverev haderte mit sich, blickte immer wieder zu seinem Vater und Trainer Alexander Senior hoch auf die Tribüne. Er steckte aber nicht auf. Zu Beginn des dritten Satzes schaffte der Weltranglisten-Sechste wieder ein frühes Break, dass er dieses Mal auch behaupten konnte. Zverev war nun auch deutlich emotionaler als noch in den ersten beiden Sätzen. Als der Schiedsrichter beim Stand von 5:3 eine Entscheidung des Linienrichters überstimmte, diskutierte Zverev minutenlang mit dem Unparteiischen und sogar dem Oberschiedsrichter.

Den Frust wandelte der 24-Jährige jetzt in Weltklasse-Tennis um. Wenig später holte sich Zverev den dritten Satz und leitete damit erst einmal die Wende ein. Auch im vierten Durchgang nahm er dem Griechen sofort das Service ab. Er bestimmte das Geschehen nun auf erstaunliche Art und Weise. Tsitsipas spielte nicht schlechter als in den ersten beiden Sätzen, aber Zverev hob das Niveau jetzt auf ein anderes Level und schaffte nach 2:50 Stunden den Satzausgleich. Das Momentum sprach hier eigentlich klar für Zverev. Doch dann leistete er sich zu Beginn des fünften Satzes eine kleine Schwächephase, die Tsitsipas zum entscheidenden Break nutzte. Zwar kämpfte Zverev weiter und wehrte beim Stand von 2:5 vier Matchbälle ab, doch am Ende reichte es nicht. Tsitsipas verwandelte nach 3:37 Stunden seinen fünften Matchball und steht seinerseits erstmals in einem Grand-Slam-Finale.

dpa

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