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Trotz Rekord: Hertha BSC stellt League of Legends-Team ein

Fokus auf Kerngeschäft Fußball

Trotz Rekord: Hertha BSC stellt League of Legends-Team ein

Die LoL-Mannschaft von Hertha wurde abgemeldet.

Die LoL-Mannschaft von Hertha wurde abgemeldet. Hertha BSC Berlin

Hertha BSC hat bekanntgegeben, sich aus League of Legends zurückzuziehen. Das veröffentlichte der Verein Donnerstagnachmittag auf der eigenen Website. Als Grund gab der Klub an, sich stärker auf das eigene Kerngeschäft konzentrieren zu wollen. Das Engagement im eFootball will Hertha jedoch aufrechterhalten und sogar weiter ausbauen.

Knapp ein Jahr war der Berliner Klub aktiv in der "dritten Liga" des deutschen League of Legends. Die Prime League ist nach der europäischen LEC die nächstniedrigere Klasse und hat zwei Divisionen. Hertha BSC hatte in diesem Jahr fast den Aufstieg in Division 1 geschafft, war also mit einigem Erfolg unterwegs.

17:1 nach Spielen erreichte man im Spring Split, der ersten Saisonhälfte. Dieser Rekord stelle laut Vereinsmitteilung "eine positive Erinnerung dar." 100.000 gleichzeitige Zuschauende verfolgten zudem das Relegationsfinale.

"Die Gründe dafür sind vielfältig"

Fast aufgestiegen, Rekord gebrochen, massenweise Aufmerksamkeit erregt, da liegt keine Frage näher als: Warum zieht der Verein sich zurück? "Die Gründe dafür sind vielfältig. Im Rahmen der Umstrukturierung bündeln wir unser Potenzial für das Kerngeschäft Fußball und alles, was damit verbunden ist. Dazu zählt auch der eFootball, den wir weiter mit voller Kraft voranbringen wollen, um den Bereich eSport bei Hertha BSC kontinuierlich auszubauen."

Man glaube allerdings weiter an "die Bedeutung des Gamings für die Jugendkultur" und wolle auch künftig eine "aktive Rolle" ausüben in der Entwicklung des "verantwortungsvollen Umgangs mit eSport". Den Fokus will Hertha dabei auf die Talentförderung legen "zwar im Einklang mit unserem Drei-Säulen-Ansatz: Spieltraining, Gesundheit/Ernährung sowie Medienkompetenz."

hertha und Windhorst: die hintergründe

Hertha BSC ist damit der zweite Klub, der sich in kurzer Zeit von League of Legends zurückzieht. Gerade erst hatte der TSV 1860 München bekanntgegeben, nicht länger im größten eSport der Welt aktiv sein zu wollen. Zuvor hatte auch schon der BVB erklärt, eSport eher als Unterhaltung zu sehen - allerdings bezogen auf die VBL.

Junge Leute für den Verein

Alle Fußballvereine scheint das Ziel zu einen, mit eSport junge Zielgruppen für das Kerngeschäft Fußball gewinnen zu wollen. So schreibt Hertha: "Unser League of Legends-Engagement war geprägt von ehrgeizigen Ambitionen und dem Willen, junge Zielgruppen für unseren Verein zu begeistern."

Bei einem knapp verpassten Aufstieg und 100.000 gleichzeitigen Zuschauenden, sollte man meinen, dieses Ziel wäre wohl erreicht worden. Wie der Erfolg der LoL-Abteilung gemessen wird, dazu gab der Verein keine weitere Auskunft.

Podcast nimmt Thema auf - Es geht um junge Leute, weniger um Sport

Gerade erst ging es im kicker eSport Podcast /gg um genau diese Thematik. Die Runde dort sprach auch darüber, dass ein LoL-Engagement oft mit hohen Kosten verbunden ist und dass die Zielsetzungen wie "Mehr Fans im Stadion" erst über einen längeren Zeitraum erreicht werden können. Das Beispiel Schalke illustriert das.

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eSport wird von vielen Vereinen also nach wie vor mit einem ganz bestimmten Zweck angeboten und nicht unbedingt um der sportlichen Relevanz willen. Als Sparte für die jungen Zielgruppen ist man ebenso abhängig von Wohl und Wehe der Fußballprofis: So waren Braunschweig und Schalke jeweils gezwungen, abstiegsbedingt das eigene Engagement einzustellen oder stark zu begrenzen.

Hertha stellt eine Mannschaft in der Virtual Bundesliga und startet am 15.11 in die Hinrunde gegen Werder Bremen.

hkr

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