Bundesliga

Kommentar zum Kölner Klassenerhalt: Der FC braucht ein anderes Denken

Kommentar von kicker-Redakteur Frank Lußem

Trotz Klassenerhalt: Köln braucht ein anderes Denken

Der 1. FC Köln feiert in Kiel den Klassenerhalt.

Der 1. FC Köln feiert in Kiel den Klassenerhalt. Getty Images

Schon die Ansetzung dieser Partie um Alles oder Nichts war irgendwie typisch 1. FC Köln. Relegations-Rückspiel am Samstag, irgendwann zwischen dem "Finaltag der Amateure" und dem Endspiel um die Champions League. Also genau da, wo sich so viele Kölner sehen. Heute himmelhochjauchzend, morgen zu Tode betrübt - das begleitet diesen Klub seit vielen Jahrzehnten und auch durch diese Saison.

So verdient der Klassenverbleib in der Relegation war, so sehr braucht der 1. FC Köln demnächst ein anderes Denken, ein größeres Miteinander, um in Zukunft Defizite möglicherweise durch Atmosphäre auszugleichen. Klubs wie Augsburg, Mainz, Union, Frankfurt, Freiburg oder Bielefeld sprinten dem FC weg, indem sie Kompromisse eingehen, in Sachen strategische Partner, in Sachen Stadion. Dies alles soll in Köln verhindert werden. Man wird sehen, wohin diese Politik führt.

Für Baumgart wird es nicht leicht

Der neue Anlauf mit Steffen Baumgart als Trainer wird nicht einfach. Auch weil Köln nicht einfacher wird. Ab morgen wird über Horst Heldt diskutiert, den Sportchef, dem man demnächst in Köln noch die biblische Erbsünde zuschanzen wird. Die Fähigkeit, Fehler gemeinsam anzusprechen und zu beheben, ist irgendwann in den vergangenen Jahren verloren gegangen. Stattdessen: Ränkeschmiede bestimmen Szenerie und Stimmung. Verantwortung wird weitergeschoben, sobald es schiefgeht. Wenn sich dies nicht bald ändert, wird der FC auch in der kommenden Saison zittern müssen.

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