Bundesliga

Trotz freiem Fall: Reuter stärkt Baum den Rücken

Augsburg will mit Geschlossenheit aus dem Keller

Trotz freiem Fall: Reuter stärkt Baum den Rücken

Nachdenklicher Blick: FCA-Coach Manuel Baum auf der PK nach der 2:3-Derbypleite.

Nachdenklicher Blick: FCA-Coach Manuel Baum auf der PK nach der 2:3-Derbypleite. imago

Es ist die längste FCA-Negativserie in dieser Saison, die Baum-Elf trennen aktuell nur noch vier Punkte vom ersten Abstiegsplatz. Ingolstadt hat den Anschluss geschafft - und Augsburg noch tiefer mit in den Sumpf gezogen. "Die Tore, die wir bekommen haben, waren natürlich vermeidbar und individuelle Fehler", analysierte Baum. Mit den Schwächen, von denen Augsburg reichlich offenbarte, wollte sich der Trainer nicht aufhalten. Denn: "Man sieht halt auch, dass die Mannschaft lebt, wieder zurück will. Die Mannschaft schießt zwei Tore und ist drauf und dran am Ende ein drittes zu schießen. Das stimmt uns sehr positiv für die nächsten Spiele."

Und die anderen 70 teils erschreckend schwachen Minuten? Auf Nachfrage nach dem nicht-bundesligatauglichen Defensivverhalten antwortete Baum angefressen: "Die Meinung finde ich schon etwas exklusiv. Dass Ingolstadt bei Standards gefährlich ist, wissen wir. Das gibt die Statistik her", sagte der 37-Jährige bei Bezahlsender "Sky". Von Panikmache hält er sowieso nichts: "Angst ist der falsche Begleiter in solchen Situation. Natürlich sind wir hellwach. Natürlich müssen wir an dem ein oder anderen arbeiten, wir bekommen zu viele Gegentore."

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26 Gegentore im Kalenderjahr 2017

Es sind 26, allein im Kalenderjahr 2017. "Wir tun alles dafür, das zu verteidigen", bestätigte Baum, der Gegentore "hauptsächlich durch unsere Fehler" begründet sieht. Ganz anderer Meinung war Verteidiger Hinteregger, der in die Startformation rückte und hinterher schimpfte: "Sechs Stück in München, heute wieder drei, das war alles zu billig."

Wir dürfen nicht die Nerven verlieren.

FCA-Manager Stefan Reuter über die schwere Situation

Manager Reuter schlug in die gleiche Kerbe wie Baum, wollte den Kopf nicht in den Sand stecken. "Die Enttäuschung ist riesig, weil wir in einigen Situationen richtig schlecht verteidigt haben", so der 50-Jährige, der schnell einlenkte: "Was für mich positiv war: Die Mannschaft ist zurückgekommen, hat am Ende das Heft des Handelns in die Hand genommen und noch zwei Tore gemacht."

Die 24 Minuten bis zum 0:1 hatten ihm sogar gefallen, obwohl Augsburg kaum selbst Torgefahr entwickelte und hinten nicht unbedingt sattelfest wirkte: "Ich finde auch, dass wir gar nicht so schlecht ins Spiel gekommen sind." Allgemein gelte es die Begegnung "kritisch zu analysieren", aber auch das Positive nicht zu vergessen. "Wir dürfen nicht die Nerven verlieren", stellte Reuter klar.

Reuter: "Wir denken nicht über die 2. Liga nach"

Das Vertrauen in den Trainer sei "selbstverständlich" auch weiterhin da. Ob es mit ihm notfalls eine Liga tiefer gehe? "Wir denken nicht über die 2. Liga nach, wir beschäftigen uns nur mit Hertha BSC", so Reuter mit Verweis auf das immens wichtige Auswärtsspiel am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de).

Wir haben auch die Typen, die nicht locker lassen.

FCA-Manager Stefan Reuter

Von einem Ultimatum für den Trainer ist Reuter weit entfernt. "Ich werde doch jetzt keine Forderungen an den Trainer aufstellen. Er analysiert die Spiele sehr gut, wird versuchen, die Fehler mit der Mannschaft abzustellen", stärkte der Weltmeister von 1990 Baum den Rücken: "Wir haben gesagt, dass wir das nie von Ergebnissen abhängig machen." Die Konstellation im Bundesliga-Keller sei in diesem Jahr ohnehin "extrem". Doch der Augsburger Kader gibt Reuter Hoffnung: "Wir haben auch die Typen, die nicht locker lassen."

msc/pak

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