Bundesliga

Trotz Alarios Lauf: Bosz tendiert zu Schick

Leverkusens Trainer deutet klare Rangfolge auf Mittelstürmerposition an

Trotz Alarios Lauf: Bosz tendiert zu Schick

In er Bundesliga Bayers Nummer 1 im Sturm? Patrik Schick.

In er Bundesliga Bayers Nummer 1 im Sturm? Patrik Schick. imago images

Die Entscheidung, die Peter Bosz im Sturm treffen muss, wird keine einfache. Dort hat der Trainer die Wahl zwischen Lucas Alario, den mit sieben Treffern drittbesten Torschützen der Liga, und Patrik Schick, der am Donnerstag in der Europa League gegen Hapoel Beer Sheva bei seinem Startelf-Comeback nach Muskelfaserriss sogleich traf. Allerdings konterte der für ihn eingewechselte Alario mit einem Abstaubertor zum 4:1-Endstand.

Wen lässt Bosz ("Wir wissen, dass wir zwei gute Stürmer haben") also gegen die Hertha stürmen? Zwar urteilte der Trainer über Schick, "da fehlt noch ein bisschen der Rhythmus. Das ist auch logisch. Bei Patrik müssen wir vorsichtig sein, dass wir das ruhig aufbauen", allerdings stellte er auch fest: "Das hat geklappt." Schick ist aus Boszs Sicht bereit.

Klare Nummer 1 statt Variante mit zwei Stürmern

Die Variante, mit beiden Torjägern zu spielen, schloss der 57-Jährige mehr oder weniger aus. Erklärte er doch dazu: "Man muss auch immer auf die Balance gucken. Man kann auch mit acht Stürmern spielen, aber das heißt dann nicht, dass man auch offensiv spielen kann, weil man vielleicht auch sehr viel hinter dem Ball herlaufen muss."

Mit einem Nachsatz deutete er sogar an, dass er offenbar eine Lösung mit einem klaren Mittelstürmer Nummer 1 bevorzugt. Nicht anders sind seine Worte zu interpretieren, wenn er sagt: "Bislang haben wir die beiden immer getauscht, auch weil Patrik natürlich sehr lange verletzt war." Vor Schicks Ausfall war ein Wechselspiel der Torjäger nicht geplant.

Aufteilung nach Wettbewerben

Künftig dürfte es dieses in der Liga auch nicht geben. Vieles spricht bis Weihnachten für eine klare Aufteilung nach Wettbewerben: Schick könnte, wohl schon am Sonntag, in der Liga beginnen. Alario würde dafür in den kommenden beiden Wochen in der Europa League zum Zug kommen, in der Bayer fast schon für die K.-o.-Runde qualifiziert ist.

Vollzieht Bosz den Rollentausch zwischen dem im Sommer gekauften und dem aktuellen Torjäger schon am Sonntag? Eine Entscheidung gegen Alario, der den Lauf seines Lebens hat, wäre zumindest eine heikle.

"Keine Hoffnung" bei Tapsoba und Sven Bender

In der Defensive wird es für Bosz hingegen voraussichtlich ganz einfach. "Bei Edmond Tapsoba und Sven Bender habe ich keine Hoffnung fürs Wochenende", erklärte Leverkusens Trainer am Freitag zu seinen beiden Stamm-Innenverteidigern. Tapsobas Quarantäne endet erst am Spieltag, Abwehrchef Bender legt eine Prellung des Sprunggelenks lahm.

Einzig bei dessen Zwillingsbruder Lars (nach Pferdekuss) bestehe noch die Möglichkeit, dass dieser am Sonntag einsatzfähig ist, "aber das müssen wir abwarten", so der Niederländer. Fällt auch der Rechtsverteidiger wider Erwarten aus, sollte Mitchell Weiser nach gelungenem Saisondebüt in Bielefeld rechts hinten beginnen dürfen.

Jedvaj dürfte seine potenzielle Startelf-Chance verspielt haben

Im Abwehrzentrum sollten wieder Jonathan Tah und Aleksandar Dragovic eine Chance bekommen. Tin Jedvaj, der gegen Hapoel zentral verteidigen durfte, dürfte nach seinem Blackout, der zum Anschlusstreffer der Israelis geführt hatte, trotz zuvor ordentlicher Leistung seine potenzielle Startelf-Chance für den Sonntag verspielt haben.

Es sei denn, Bosz positioniert Dragovic gegen Hertha, falls Lars Bender doch ausfällt, wie gegen Hapoel rechts hinten. Was aber vom Spielerprofil her und aufgrund Weisers jüngsten Auftritts dann auch zu hinterfragen wäre.

Stephan von Nocks

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