Bundesliga

Trimmel ist nicht mehr der alleinige "Herr der Standards"

Mehr Freistoßschützen bei Eisern Union

Trimmel ist nicht mehr der alleinige "Herr der Standards"

Beliebt und etabliert: Christopher Trimmel.

Beliebt und etabliert: Christopher Trimmel. Getty Images

Die haben den Kapitän der Eisernen zum "Unioner des Jahres" der Saison 2019/20 gewählt, Trimmel erhielt 31,7 Prozent der Stimmen der Fans. Vor dem Spiel wurde der 33-Jährige geehrt, und in der Partie dokumentierte der rechte Außenverteidiger wieder einmal seinen Wert für den 1. FC Union.

Nach 49 Minuten bediente Trimmel seinen Kollegen Marcus Ingvartsen aus dem rechten Halbfeld mit einer "Bananenflanke" à la Manfred Kaltz, die der dänische Angreifer per Direktabnahme zum 2:0 ins Mainzer Netz bugsierte. 15 Minuten später servierte der Routinier den Ball bei einem Freistoß so präzise, dass der aufgerückte Innenverteidiger Marvin Friedrich zum 3:0 einköpfen konnte.

Bereits in der vergangenen Saison hatte Trimmel elf Assists zu Berliner Toren und zum am Ende erfolgreich bestandenen Abstiegskampf beigesteuert. "Wir haben über 90 Minuten wirklich ein sehr gutes Spiel gemacht", sagte Trimmel nach dem klaren Erfolg, "wir haben gesehen, dass unser Offensivspiel auch gut funktioniert hat". Dass er vor seiner Flanke, die das 2:0 brachte, so viel Raum hatte, erstaunte den erfahrenen Verteidiger nicht wirklich. "Wir wussten, wenn wir es schnell und gut spielen, dass wir über außen viele Möglichkeiten und viel Platz haben", betont er.

"Wir haben mehr Qualität und Erfahrung bekommen"

Darüber hinaus ist der Kapitän der Eisernen der Ansicht, dass Union auch personell nun gut gerüstet ist. "Wir haben mehr Qualität bekommen, mehr Erfahrung, das hilft uns in der Bundesliga natürlich sehr. Jetzt sind wir in der Breite sehr gut aufgestellt", betont Trimmel. Darüber hinaus, so der Kapitän der Berliner, merke man, dass Union in der Bundesliga kein Novize mehr sei. "Jetzt spürt man, dass etwas mehr Erfahrung da ist. Es macht Spaß momentan."

In Berlin gibt es jetzt die Herren der Standards

Eine weitere Neuerung bei Union betrifft auch Trimmel selbst. War der Österreicher in der vergangenen Saison - und auch zuvor - "der Herr der Standards" und für jeden ruhenden Ball zuständig, haben Coach Fischer und sein Stab zuletzt die Zuständigkeit auch auf andere Akteure verteilt: etwa Christopher Lenz oder - wie gegen Mainz - Ingvartsen. "Es gilt, die Wege für Christopher ein bisschen kürzer zu machen", begründet Fischer diese Maßnahme, "wenn er von links einen Eckstoß oder einen seitlichen Freistoß schießt und das Spiel anschließend weiterläuft und für den Gegner mit dem zweiten Ball eine Fortsetzung hat, ist Christopher auf der falschen Seite."

Bis dato hatte sich Trimmel in solchen Situationen beim Zurücklaufen auf die linke Abwehrseite orientiert, um bei nächster Gelegenheit wieder mit Christopher Lenz zu wechseln, der dann kurzfristig rechts gespielt hatte. Beim 1:3 zum Ligaauftakt gegen Augsburg waren Trimmel und Lenz vor dem Tor zum 1:2 von Michael Gregoritsch nach einem Standard "seitenverkehrt" (Fischer) positioniert, und die Abstimmungsprobleme begünstigten den Treffer. Gegen Mainz gab es derlei Schwierigkeiten nicht. Dafür aber den höchsten Bundesliga-Sieg.

Andreas Hunzinger

Bilder zur Partie 1. FC Union Berlin - 1. FSV Mainz 05