WM

Trapattoni ist nicht mehr irischer Nationaltrainer

Nach 0:1 in Österreich kommt es zur Trennung

Trapattoni ist nicht mehr irischer Nationaltrainer

Giovanni Trapattoni

Nach fünf Jahren ist in Irland Schluss: Giovanni Trapattoni. Getty Images

Wenn die Iren am 11. Oktober in Köln vorstellig werden, wo die deutsche Nationalmannschaft ihr WM-Ticket fest buchen kann, wird Trapattoni also nicht mehr auf der Bank sitzen. Bei sechs Punkten Rückstand auf die zweitplatzierten Schweden sind die Brasilien-Chancen der Iren seit Dienstagabend nur noch theoretischer Natur. Direkt nach der Niederlage in Wien hatte der 74-Jährige erklärt, er werde warten, wie die FAI über seine Zukunft entscheide. Der Entschluss folgte tags darauf nach einem Treffen mit dem Italiener und seinem Assistenten Marco Tardelli (beide Vertrag bis Mai 2014) - es kommt zur Trennung.

"Wir verlassen dieses Land voller Emotionen, weil wir die irischen Fans verstehen. Sie genießen international einen verdienten Ruf und haben unseren größten Respekt", wurde "Trap" in der Meldung des irischen Verbandes zitiert: "Ich denke, dass wir mit der Arbeit, die wir geleistet haben, eine gute Basis für meinen Nachfolger geschaffen haben."

Trapattoni selbst hatte das Team von der Grünen Insel 2008 von seinem erfolglosen Vorgänger Steve Staunton übernommen und wieder stabilisiert. Die WM 2010 verpasste Irland in den Play-offs gegen Frankreich denkbar knapp, weil Thierry Henry in der Verlängerung die Hand zur Hilfe nahm. Die Qualifikation für die EM 2012 schafften die Iren dann, bei ihrem ersten großen Turnier seit einem Jahrzehnt blieben sie in Polen und der Ukraine jedoch ohne Punktgewinn.

Nach der de facto gescheiterten WM-Qualifikation sah der Verband den Zeitpunkt für einen Neuanfang gekommen. Trapattonis Bilanz aus 64 Spielen als irischer Nationaltrainer: 26 Siege, 22 Remis, 16 Niederlagen. Als Favorit auf die Trapattoni-Nachfolge gilt Martin O'Neill (zuletzt Sunderland).

Ans Aufhören denkt Trapattoni im Übrigen nicht. Der italienischen Nachrichtenagentur ANSA sagte er kurz nach seiner Demission: "Ich verlasse Irland, aber nicht den Fußball. Ich werde weitermachen und halte Ausschau nach möglichen Trainerbänken."