Bundesliga

Trainer Rose freigestellt? Gladbachs Eberl: "Lügen und Dumpfbacken"

Gladbachs Sportdirektor über wilde Spekulationen nach Trainer-Entscheidung

Trainer Rose freigestellt? Eberl: "Lügen und Dumpfbacken"

Äußerte sich am Mittwoch sehr emotional: Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Äußerte sich am Mittwoch sehr emotional: Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. picture-alliance

Angeblich werde Rose umgehend freigestellt, war zu lesen. Es ging sogar so weit, dass die Runde machte, Eberl habe Rücksprache mit dem Mannschaftsrat gehalten, ob überhaupt bis zum Saisonende noch eine Zusammenarbeit mit dem Trainer möglich sei. Es sei an der Zeit, mit einigen Fantasien aufzuräumen, kündigte Max Eberl in der eigens am Mittwochmorgen angesetzten Medienkonferenz an.

Er sei schockiert, wie man "dumpf und dumm irgendwelche Kommentare verbreiten kann", einige "Dumpfbacken im Hintergrund" seien an der Arbeit, um Zwietracht zu sähen. So entstünden "Wut und Hass aufgrund von Aussagen, die überhaupt nicht zutreffen". Tatsächlich, so Eberl, habe er nicht eine Sekunde nachgedacht, Marco Rose nun freizustellen, nachdem bekannt geworden war, dass der Trainer nach Saisonende Richtung Dortmund weiterzieht. "Wir hatten auch die Situation mit Dieter Hecking", erinnert Eberl, "da war es auch nicht einfach. Da hieß es teilweise auch, er sei eine 'Lame Duck'." Eberls Klarstellung: "Dieser Klub ist anders, er vertraut den Menschen, die er angestellt hat."

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Ganz gewiss sei es auch nicht so gewesen, dass er am Montag "tief enttäuscht auf den Boden gefallen" sei. "Wir haben schließlich seit Wochen und Monaten über dieses Thema gesprochen, das ist jetzt seine völlig legitime Entscheidung. Eigentlich müssten die Fans auf mich sauer sein, weil ich dieser Klausel zugestimmt habe. Aber sonst hätte ich Marco vor zwei Jahren nicht bekommen."

Eigentlich müssten die Fans auf mich sauer sein, weil ich dieser Klausel zugestimmt habe. Aber sonst hätte ich Marco vor zwei Jahren nicht bekommen.

Max Eberl

Eberl wusste nach dem Köln-Spiel Bescheid

Bis zuletzt hatte Eberl zunächst von 99, dann von 98 Prozent Überzeugung gesprochen, dass Rose in Mönchengladbach weitermachen würde. Da hat der Gladbacher Sportdirektor allerdings ein bisschen geflunkert. Und stellt nun klar: "Wir haben schon vor dem Köln Spiel vereinbart, dass wir uns in der Woche danach zusammensetzen." Tatsächlich sei so gewesen, dass Rose ihm in der letzten Woche mitgeteilt hat, "dass er etwas anderes machen will".

"Sonst hätte ich Marco nicht bekommen": Max Eberl und Marco Rose bei der Trainervorstellung Ende Mai 2019.

"Sonst hätte ich Marco nicht bekommen": Max Eberl und Marco Rose bei der Trainervorstellung Ende Mai 2019. picture-alliance

Eberls Eindruck: "Natürlich bekommt man im Klub die Vehemenz mit, mit der die Entscheidung im Umfeld begleitet wird. Das bestürzt mich teilweise. Aber ich bin jetzt seit 21 Jahren da, da haben wir viele Krisen gemeinsam gemeistert. Die handelnden Personen sind vergänglich, der Verein steht über allem."

Roses Nachfolger? Eberl "macht seinen Job in Ruhe"

Natürlich mache er sich im Hintergrund schon länger Gedanken, welcher Trainer ab dem 1. Juli am besten zur Borussia passen könnte. "Ich werde aber keine Namen kommentieren, ich werde meinen Job in Ruhe machen. Wenn es entschieden ist, werden wir mit dieser Nachricht nach draußen gehen."

Bis dahin, da ist Eberl sicher, wird Rose alles geben, um größtmöglichen sportlichen Erfolg in Mönchengladbach einzufahren. "Wir sind in drei Wettbewerben in einer sehr guten Ausgangslage, das ist unser Fokus. Ich weiß, dass Marco alles geben wird, um im Pokal Dortmund zu schlagen und in der Tabelle vor Dortmund zu landen. Er wird bis 30. Juni alles reinhauen, um diesen Klub erfolgreich zu machen. Scheißegal, wo er ab Sommer sein wird. Es passt jedenfalls kein Blatt zwischen Marco Rose und Max Eberl."

Er erwarte, so Eberl, "dass wir zusammen als Klub dieses Schiff in den Hafen bringen, und dass wir im Sommer was zu feiern haben. Danach werden wir dann mit neuen Protagonisten starten."

Oliver Bitter

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