WM

Trainer Lippi: "Keine Panik, das war Pech"

Italien: Squadra Azzurra 2010 noch ohne Sieg

Trainer Lippi: "Keine Panik, das war Pech"

Italien: Marcello Lippi und Kapitän Fabio Cannavaro

Es läuft nicht: Italiens Kapitän Fabio Cannavaro diskutiert mit Trainer Marcello Lippi. imago

Kapitän Fabio Cannavaro stimmte zu, zeigte sich allerdings etwas bedächtiger und erklärte das itali-enischste aller Ergebnisse, ein 1:0, als vollkommen in Ordnung.

Italien wäre nach dem peinlichen 1:1 gegen die bescheidenen Neuseeländer mit Cannavaros Wunschergebnis natürlich mehr als zufrieden gewesen. Doch einen Sieg hatten sich die Azzurri keineswegs verdient. Italien demonstrierte einmal mehr, dass es bei dieser südafrikanischen Titelverteidigungs-Safari über keinen Spieler verfügt, der auch nur den Hauch von Esprit in diesem Team versprüht. Natürlich verteidigte Neuseeland geordnet, doch eine Auswahl der Serie A sollte sich in der Lage wähnen, den 78. der FIFA-Rangliste zumindest ab und zu in Verlegenheit zu bringen. Bis auf einen Pfostenschuss von Ricardo Montolivo und dem recht schmeichelhaften Elfmeter zum Ausgleich gelang es den Azzuzrri trotz Feldüberlegenheit nichts.

"Das ist das absolut unglaublichste Ergebnis, das wir je erzielt haben. Das ist ein Fußball-Märchen."

Trainer Ricki Herbert (Neuseeland)

Nun steht Italien vor der letzten Partie gegen die Slowakei vor dem Dilemma, für den Achtelfinaleinzug gewinnen zu müssen ohne die phantasievollen Füße dazu zu besitzen. Vielleicht darf der jüngst verletzte Andrea Pirlo, der inzwischen wieder mit der Mannschaft trainiert, wieder mitspielen - der ehemalig findige Ideengeber war jedoch in den vergangenen zwei Jahren meist ein Ausfall beim AC Mailand, warum sollte er nun ausgerechnet jetzt in Südafrika nach seiner Wadenverletzung zu alter Form gedeihen?

Wie gewohnt sah der kritikempfindliche Lippi natürlich kein Problem. "Ich bin enttäuscht, aber keine Panik. Wir haben in zwei Spielen zwei Schüsse aufs Tor bekommen, und beide waren drin. Das war Pech. In beiden Partien hätten wir eigentlich gewinnen müssen." Diese Meinung besaß er exklusiv. Die Azzurri gewannen in diesem Jahr noch keine einzige Partie und erzielten seit August 2009 in zwölf Partien magere 14 Tore. Mittlerweile hält sich Italien am Aberglauben fest. 1982 schlich man sich mit drei unsäglichen Remis gerade noch durch die Vorrunde und wurde am Ende Weltmeister. Dieses Wort nehmen die Tifosi derzeit jedoch nur beim Anschauen alter DVDs in den Mund.