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Trade-Deadline in der NFL: Chubb und Ridley wechseln Team

Überblick: Dolphins schlagen doppelt zu

Trade-Deadline in der NFL: Chubb, Ridley und Hockenson wechseln das Team

Laufen künftig für neue Teams auf: Bradley Chubb (li.) und Calvin Ridley.

Laufen künftig für neue Teams auf: Bradley Chubb (li.) und Calvin Ridley. Getty Images

Einen Trade innerhalb der Division bewerkstelligten die Minnesota Vikings und die Detroit Lions. So wechselte Tight End T.J. Hockenson von Detroit nach Minnesota, im Gegenzug schickten die Vikings einen Zweit- und einen Drittrunden-Pick nach "Motor City", erhielten aber auch zwei Viertrunden-Picks zurück. Minnesota reagierte damit auch auf auf die Verletzung ihres eigenen Tight Ends Irv Smith, dem wegen einer Knöchelverletzung das Saison-Aus droht.

Hockenson war im Draft 2019 von den Lions an achter Stelle ausgewählt worden - und damit als einer der am höchsten gepickten Tight Ends der NFL-Geschichte. Er galt als riesiges Talent auf seiner Position, was er in Detroit immer wieder aufblitzen ließ - ohne dabei die Konstanz zu zeigen, die seine frühe Draft-Position gerechtfertigt hätte. Die Lions richten ihren Blick nach einem erneut verpatzten Saisonstart mit nur einem Sieg aus sieben Spielen in Richtung Zukunft.

Bears holen Claypool und geben Smith ab

Auch die Chicago Bears, Divisionsrivale der Lions und Vikings, haben eine neue Waffe für ihre Offense. Die Bears holten Wide Receiver Chase Claypool von den Pittsburgh Steelers für einen Zweitrunden-Pick im kommenden Draft. Der 24-Jährige soll damit eine dringend benötigte Unterstützung für den jungen Bears-Quarterback Justin Fields werden, der bislang mit einem der schwächsten Receiving Corps der NFL klarkommen musste. Claypool galt zu Saisonstart bereits als heißer Trade-Kandidat, war in Pittsburgh quasi abgeschrieben und unzufrieden. Zuletzt hatte der Profi mit Rookie-Quarterback Kenny Pickett allerdings auch eine gute Chemie aufgebaut. Nun geht es für Claypool also weiter in "Windy City" - und nicht etwa bei den offensivschwachen Packers um Aaron Rodgers, die sich angeblich auch über den Receiver informiert hatten.

Apropos: Green Bay unternahm einmal mehr nichts, holte sich keinen neuen Receiver wie etwa auch Brandin Cooks von den Houston Texans, der dem Vernehmen nach weg wollte - aber eben doch nicht wechselte. Laut US-Quellen wollten die Packers keine Picks ausgeben.

Chicago war derweil auch schon Montag tätig geworden und hatte Linebacker Roquan Smith ebenfalls für einen Zweitrunden-Pick zu den Baltimore Ravens transferiert. Smith, einer der besten NFL-Spieler auf seiner Position und womöglich beste Spieler des Bears-Kaders, hatte bereits vor der laufenden Saison ein Trade-Gesuch abgegeben, da er unzufrieden mit den Verhandlungen um einen möglichen langfristigen Vertrag in Chicago war. Dennoch hatte er bislang eine starke Saison gespielt und führt aktuell die NFL in Tackles (83) an.

Chubb und Wilson kommen: Miamis Shopping-Tour geht weiter

Auch außerhalb der NFC North wechselten hochkarätige Namen das Team - allen voran Bradley Chubb. Der Pass Rusher wechselte von den Denver Broncos zur den Miami Dolphins, die dafür einen Erstrunden-Pick, einen Viertrunden-Pick und Miamis Running Back Chase Edmonds erhielten. Die Dolphins bekamen neben Chubb noch einen Fünftrunden-Pick, Denver holte als Ersatz Jacob Martin von den New York Jets.

Die Broncos sicherten sich damit dringend benötigte Draft-Munition, die sie im Trade für Russell Wilson abgegeben hatten, verloren aber auch einen ihrer besten Spieler, den sie im Draft 2018 bereits an fünfter Stelle ausgewählt hatten. Chubb kommt in der laufenden Saison auf 5,5 Sacks. Nun soll er eine der wenigen Schwachstellen bei den Dolphins verbessern, die ihre Shopping-Tour nach einer aggressiven Offseason damit fortsetzten - und sich immer mehr aufstellen Richtung Play-offs sowie eventuell mehr.

Als Ersatz für Edmonds holte Miami außerdem noch Running Back Jeff Wilson von den San Francisco 49ers. Wilson war durch den Zugang von Christian McCaffrey zum Ersatzmann bei den Niners degradiert worden und wird nun in Miami mit Mike McDaniel vereint. Der Head Coach der Dolphins coachte Wilson bereits von 2017 bis 2021 in verschiedenen Positionen in San Francisco, dort spielte Wilson unter anderem zusammen mit Raheem Mostert - dem aktuell etatmäßigen Running Back in Miami. Für den 26-Jährigen Wilson zahlten die Dolphins einen Fünftrunden-Pick.

Jaguars investieren in Ridley - Jackson nach Pittsburgh

Auch die Jacksonville Jaguars verstörkten sich mit einem großen Namen. Die Verpflichtung von Wide Receiver Calvin Ridley von den Atlanta Falcons ist allerdings eine Investition in die Zukunft. Wegen abgeschlossener Wetten auf Spiele seines eigenen Teams verpasst der  27-Jährige noch die gesamte aktuelle Saison und kann erst 2023 ins Geschehen eingreifen. Als Preis für Ridley, der vor seiner Sperre als einer der besten Route Runner der NFL galt, soll Berichten zufolge ein "komplexes Paket" an Draft-Picks vereinbart worden sein - ausschlaggebend sind leistungsabhängige Faktoren. Ridley soll auf Sicht neuer Nr.1-Receiver von Quarterback Trevor Lawrence werden.

Die Pittsburgh Steelers verstärkten sich auf der Cornerback-Position und verpflichteten William Jackson III von den Washington Commanders. Der ehemalige Erstrunden-Pick der Cincinnati Bengals hatte in den vergangenen Wochen vehement auf einen Abgang aus Washington gedrängt, wo er höchst unzufrieden gewesen war. So erklärt sich auch der vergleichsweise niedrige Preis, den Pittsburgh zahlte nicht viel: Berichten zufolge tauschten beide Teams nur späte Draft-Picks.

Ansonsten wechselte etwa noch Running Back Nyheim Hines die Seiten - von den Indianapolis Colts zu den bärenstarken Buffalo Bills. Dafür erhielt Indy Läufer Zack Moss und einen Sechstrunden-Pick, der allerdings an Konditionen geknüpft wurde. Insgesamt wurde übrigens zwölf Trades an diesem finalen Tag der Phase abgewickelt - so viele wie noch nie zuvor am "trade deadline day".

mib

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