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Tour-Etappensieger Kämna: "Ich habe großen Bock auf 2021"

Die Bergziege aus dem Flachland blickt voraus

Tour-Etappensieger Kämna: "Ich habe großen Bock auf 2021"

Der große Coup in den Alpen: Lennard Kämna gewinnt die 16. Etappe.

Der große Coup in den Alpen: Lennard Kämna gewinnt die 16. Etappe. imago images

Kämna hat sich im letzten Jahr trotz der schwierigen Bedingungen wegen der Pandemie ins Rampenlicht katapultiert. "Ich habe bei der Dauphine-Rundfahrt und bei der Tour de France je eine Etappe gewonnen, damit hatte selbst ich nicht gerechnet", bilanziert der 24-Jährige im Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Dabei ging die Rundfahrt mit einem heftigen Sturz los und das Leichtgewicht musste am Anschlag fahren. In der dritten Woche schlug dennoch seine große Stunde, als die Schmerzen überwunden waren. Auf der ersten Alpenetappe sicherte er sich den Etappensieg.

Die ersten Stimmen werden laut, dass Kämna sich doch auch als Kapitän einer großen Rundfahrt gut machen könnte. "Ich fühle mich in der Rolle, die ich derzeit im Team Bora-hansgrohe habe, sehr wohl. Ich sehe mich auch weiterhin als Mann für Ausreißergruppen, Etappensiege, Eintagesrennen", sagt Kämna.

Kämna: "Es ist eher eine Frage des Gewichts als der Herkunft"

Aber ein bisschen kitzelt es ihn schon, wie er durchblicken lässt. "Irgendwann werde ich es sicher ausprobieren, wie weit ich komme, wenn ich bei einem großen Etappenrennen auf die Gesamtwertung fahre. Konkretes gibt es aber noch nicht. Stand heute gehe ich davon aus, dass ich bei der Tour 2021 dieselben Aufgaben haben werde wie bei der Tour 2020", erzählt Kämna. In diesem Jahr hieß seine Aufgabe eigentlich, Emanuel Buchmann zu unterstützen. Doch sein Teamkollege war mit einem schweren Sturz in den Knochen angereist und im Kampf um das Podium nicht konkurrenzfähig gewesen.

Welche Rolle auch immer Kämna zukommt, er strotzt nur so vor Energie: "Ich jedenfalls habe großen Bock auf 2021 - und will erfahren, was noch alles möglich ist." Seine Stärken liegen ausgerechnet in den Bergen, wenn es steil nach oben geht. Dabei ist Kämna in Fischerhude aufgewachsen - viel flacher geht es nicht. Woher kommen also seine Kletterfähigkeiten? "Es ist eher eine Frage des Gewichts als der Herkunft, ob jemand gut klettern kann", erklärt Kämna. "Ich war schon immer ein schmaler Mensch, wiege bei 1,81 Meter Körpergröße zwischen 64 und 66 Kilogramm. Das sind gute Voraussetzungen, der Rest ist hartes Training."

Und das beginnt schon wieder, wenn auch anders als gewohnt. Ein Trainingslager mit dem Team am Tegernsee ist angedacht, ansonsten wird Kämna wohl erneut viele individuelle Einheiten schieben. Die ersten Rennen stehen bereits im Januar im Kalender der UCI.

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