Bundesliga

Bayern-Analyse nach 1:2 gegen Hoffenheim: Tottenham könnte ein Ausrutscher gewesen sein

Bayern: Fehlerhaft. Nachlässig. Uninspiriert.

Tottenham könnte ein Ausrutscher gewesen sein

Betretene Mienen bei den Bayern nach dem 1:1 gegen Hoffenheim: Joshua Kimmich, Niklas Süle, Robert Lewandowski und Serge Gnabry (v. l.).

Betretene Mienen bei den Bayern nach dem 1:1 gegen Hoffenheim: Joshua Kimmich, Niklas Süle, Robert Lewandowski und Serge Gnabry (v. l.). Getty Images

Uninspiriert. Fehlerhaft. Nachlässig. Der FC Bayern verliert "nicht unverdient", wie auch Niko Kovac sagt, gegen die TSG aus Hoffenheim. 1:2 heißt es am Ende. Weil die Kraichgauer ihre Chancen effizienter nutzten als die Münchner. Und weil sich der Rekordmeister - Erinnerungen an den Herbst des Vorjahres kommen hoch - wieder einmal zu viele Fehler erlaubte.

Schon in der 4. Minute ließen die Bayern Hoffenheims Sargis Adamyan völlig frei aufs Tor zulaufen. Trotz drei Meter Vorsprung gegenüber Jerome Boateng ließ sich der Stürmer im blauen Dress vom FCB-Verteidiger einholen und im letzten Moment bremsen. Später machte er es besser: In der 54. und in der 79. Minute zielte er zweimal aus seiner Sicht punktgenau auf das untere rechte Eck. Ging beim 0:1 noch ein schlimmer Ballverlust von Corentin Tolisso voraus, schlief beim 1:2 nahezu die gesamte Bayern-Verteidigung.

Pressing? Gegenpressing? Fehlanzeige. Defensivverhalten im Verbund? Mangelhaft. Konsequente Zweikampfführung? Kaum. Von der klasse Leistung in der zweiten Hälfte bei Tottenham am Dienstag (7:2) war nichts mehr zu sehen. Wie also sind die jüngsten Auftritte einzuordnen? Wo steht der FC Bayern Anfang Oktober?

Meist richteten es die Individualisten - allen voran Lewandowski

Tottenham, nach acht Spieltagen in der Premier League nur Tabellenachter, verlor auch an diesem Samstag wieder: 0:3 bei Brighton & Hove Albion. Von ihrer Topform, die sie ins Champions-League-Endspiel 2019 hievte, sind die Spurs weit entfernt. Das 7:2 der Bayern soll zwar keineswegs geschmälert werden, war es doch in den zweiten 45 Minuten ein beinahe perfekter Auftritt mit gnadenloser Effizienz. Zur Wahrheit aber gehört auch, dass der deutsche Dauer-Meister in dieser Bundesligasaison bislang noch nicht überzeugen konnte.

Von sieben Spielen ging das Team von Trainer Kovac dreimal nicht als Sieger vom Feld; acht Gegentore sind zu viele; auch vorige Woche beim 3:2 in Paderborn stimmte die Leistung nicht; meist richteten es die Individualisten, allen voran Robert Lewandowski, der sich in einer überragenden Form befindet, bereits zum elften Mal in eben diesen sieben Partien traf und nun mit Manfred Burgsmüller in der ewigen Torschützenliste auf Rang 4 gleichzog.

Welches Spiel war nun ein Ausrutscher: Hoffenheim oder Tottenham?

Das schöne Gefühl von der Wochenmitte, als Fußballeuropa noch über die Münchner staunte, ist jedenfalls erstmal dahin. Diese Niederlage schmerzt und kann erst in zwei Wochen nach der Länderspielpause wieder ausgemerzt werden. 14 Tage lang stellt sich nun also die Frage: Welches Spiel war ein Ausrutscher? Das 1:2 gegen Hoffenheim oder womöglich doch das 7:2 in London?

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Georg Holzner

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