Bundesliga

Uwe Kamps: Fast 40 Jahre Borussia - und neue Erkenntnisse

Gladbachs "Head of Goalkeeping" bringt weiter seine Erfahrungen ein

Torwart-Legende Kamps: Fast 40 Jahre Borussia - und neue Erkenntnisse

Heute Beobachter, früher selbst aktiv: Uwe Kamps.

Heute Beobachter, früher selbst aktiv: Uwe Kamps. imago images

Inzwischen führt der langjährige Gladbacher Stammtorhüter die Job-Bezeichnung "Head of Goalkeeping" und ist immer noch in alle Themen involviert, die das Torwarttraining bei Borussia Mönchengladbach betreffen. "Man merkt, dass wir ein gewisses Standing haben, und das hilft, wenn es darum geht, talentierte Jungs zu uns zu holen", sagt der 57-Jährige in einem Interview auf der Homepage der Fohlen.

Seine Anfänge in Mönchengladbach hat der gebürtige Düsseldorfer immer noch parat, "es war mit heute überhaupt nicht zu vergleichen, ein richtiges Torwarttraining gab es nicht." Er habe früher versucht, sich von Borussias Nummer 1, Uli Sude, möglichst viel abzuschauen. Es folgte eine lange und erfolgreiche Karriere im Tor der Borussia, und als es bei Uwe Kamps losging mit Knieproblemen, im Alter von 31, "war ich dann irgendwann der erste hauptamtliche Torwart-Trainer der Borussia".

Das blieb Kamps jahrzehntelang, trotz mehrerer Knie- und Hüftoperationen, immer im Einsatz, immer am Ball. Er gab seine Erfahrungen an etliche junge Torhüter weiter, zum Beispiel an Marc-André ter Stegen, der seit 2014 beim FC Barcelona unter Vertrag steht.

Bei uns muss ein Torwart nicht zwingend größer als 1,90 m sein.

Uwe Kamps

Momentan, erzählt Kamps, seien bei Borussia sechs Torwart-Trainer beschäftigt, davon fünf hauptamtliche. "Da ist noch Luft nach oben", findet er. "Aber wir merken schon, dass es wahrgenommen wird, wie wir uns bei Borussia aufgestellt haben."

Der Job des obersten Torwarttrainers bei der Borussia umfasst "die Steuerung der Entwicklung unserer Torhüter, aber auch der Torwart-Trainer", erzählt Kamps. "Ich beobachte viel, bin bei den Trainings, bei Spielen, halte die Verbindung zum Profibereich, sammle Eindrücke und gebe sie an die Trainer und an die Torhüter weiter. Ich stehe aber auch selbst auf dem Platz, dort, wo es gebraucht wird."

Kamps erklärt den Leitfaden

In einem Leitfaden des Nachwuchsleistungszentrums, so Kamps, "ist definiert, wie wir uns unsere Torhüter vorstellen." Die fußballerische Qualität sei wichtig, "aber wir haben nicht alles festgelegt. Bei uns muss ein Torwart nicht zwingend größer als 1,90 m sein." Ganz wichtig dabei auch: "Es gibt charakterliche Dinge, auf die wir schauen, die nervliche Komponente, die für einen Torwart wichtig ist, die man aber nicht jedem beibringen kann."

Stimmt das Rundum-Paket, dann liegt im Idealfall eine Karriere wie die von Uwe Kamps im Bereich des möglichen. Er stand als Torhüter 22 Jahre lang bei der Borussia unter Vertrag und absolvierte in dieser Zeit 518 Pflichtspiele für seinen Klub. Seit 2004 gehört er zum Trainerteam in Mönchengladbach.

Oliver Bitter