Bundesliga

Torpremiere: Sventos kurzes Glück

Slowake nutzt Bittencourts Ausfall - und muss wohl wieder raus

Torpremiere: Sventos kurzes Glück

Wird sich trotz Tor in Bremen schwer tun, am gesetzten Leonardo Bittencourt vorbeizukommen: Dusan Svento.

Wird sich trotz Tor in Bremen schwer tun, am gesetzten Leonardo Bittencourt vorbeizukommen: Dusan Svento. picture alliance

Nein, ein Typ, der zur Selbstüberschätzung neigt, ist Dusan Svento wahrlich nicht. "Ich habe mir gedacht: Ich brauche Glück, um das Tor zu schießen, weil ich nur mit dem rechten Fuß schießen konnte", erzählte der 30-Jährige nach dem Schlusspfiff ganz freimütig. Dass der Nationalspieler alles andere als beidfüßig ist, gilt ohnehin nicht als Geheimnis. Und wurde nicht nur durch seinen Abschluss aus wenigen Metern bei seiner Torpremiere für den FC sehr anschaulich belegt .

Es war ein Treffer, der zur Kölner Situation passt. "Dusan hat gesagt: Mit dem rechten Fuß geht es nicht besser. Er hat ihn irgendwie rein gemacht. So ein Tor haben wir einfach mal gebraucht. Nach so einer Phase muss der Ball irgendwie rein, auch wenn es nicht so schön aussieht", resümierte Timo Horn. Es war der erste FC-Treffer nach zuletzt drei torlosen Partien und der erste aus dem Spiel heraus seit dem 3:0 auf Schalke am 8. Spieltag.

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Svento: "Ich war richtig froh, dass ich mitspielen konnte"

Dass ausgerechnet Svento die Torkrise beenden würde, hatte kaum einer auf dem Plan. Der Allrounder selbst auch nicht. Selbst seine Startelf-Nominierung kam für ihn unerwartet: "Ich war überrascht und wollte es genießen. Das ist auch passiert. Ich war richtig froh, dass ich mitspielen konnte."

Sventos Auftritt ordnete Jörg Schmadtke wie folgt ein: "Er ist wie die ganze Mannschaft schwer ins Spiel gekommen und hat sich dann extrem gesteigert. Es freut mich extrem, dass er die Belohnung bekommen hat nach seiner schweren Zeit." Svento warfen immer wieder schwere Verletzungen zurück. Zuletzt fehlte Svento fast zwei Wochen, weil er Vater wurde – mit den Komplikationen einer Frühgeburt.

Konkurrent Bittenourt kommt zurück

Privat gab es das Happy End. Ob es sportlich für Svento in Köln auch zu einem solchen kommt? Sein Startelf-Glück dürfte trotz seines Treffers nur von kurzer Dauer sein. Leonardo Bittencourt, der wegen eines grippalen Infekts in Bremen fehlte, ist bei Peter Stöger gesetzt und dürfte auch gegen den BVB beginnen.

Spielbericht

Und auch ob Svento übers Saisonende hinaus in Köln bleiben wird, ist ebenso fraglich. Sein Vertrag läuft aus. Und dass sich dieser über die Zahl seiner Saisoneinsätze (bislang fünf) verlängert, ist eher unwahrscheinlich. Auf die Feststellung, dass Svento bei vielen Beobachtern als sicherer Abgang gilt, antwortet Schmadtke zwar: "Manchmal ist die Betrachtung von außen zu einfach." Daraus eine Ankündigung von Vertragsgesprächen abzuleiten, wäre allerdings gewagt.

Stephan von Nocks