Bundesliga

Tore für den Titeltraum

VfB Stuttgart: Gomez in Topform

Tore für den Titeltraum

VfB Stuttgart: Mario Gomez

Der erste Streich: Mario Gomez überspringt seine Gegenspieler. imago

Abhaken. Die Nummer 23 in der Liste. Den 1. FC Köln, gegen den er in seiner Karriere als einzigen Bundesligisten noch nicht getroffen hatte. Bis zu diesem 3:0, das Mario Gomez auch noch mit dem zweiten Dreierpack seiner Laufbahn für den VfB entschied. Mit dem der Nationalspieler Träume sprießen lässt. Zumindest von der Champions League, sogar von der Meisterschaft. Von der die Schwaben zwar nicht sprechen wollen, die aber durchaus als Ziel aller Ziele kursiert.

"Ich will nicht anfangen zu träumen", erwidert Thomas Hitzlsperger, "das bringt überhaupt nichts." Womit der Kapitän die verbale Strategie des Jahres 2007 verfolgt, als es sich die Stuttgarter ebenfalls in der Verfolgerrolle bequem gemacht hatten. Um im Endspurt Schalke noch den Titel zu entreißen.

Je erfolgreicher wir spielen, desto eher bleibt Gomez.

Markus Babbel, Teamchef

Damals übrigens weitgehend ohne Mario Gomez, der in der heißen Saisonphase sieben Partien verletzt verpasste. Jetzt präsentiert sich der Torjäger, der in 39 Pflichtspielen 29 Tore und 8 Vorlagen für sich verbucht, in Topform, könnte zum großen Pluspunkt werden. "Wenn ich gesund und fit bin, mache ich meine Tore", meint der Deutsche mit den spanischen Wurzeln und verweist auch auf die DFB-Auswahl, für die er 733 Minuten nicht mehr erfolgreich war: "Das wird auch in der Nationalelf wieder so sein."

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Eine Perspektive, die dem VfB helfen und gleichzeitig schaden könnte. Mit jedem Tor steigen die Titelchancen - und die Begehrlichkeiten potenzieller Interessenten, die Gomez längst im Blick haben. Markus Babbel bleibt dennoch gelassen. "Je erfolgreicher wir spielen, desto eher bleibt er", sagt der VfB-Teamchef, der bei aller Euphorie nach dem 3:0 von Köln auch die Schattenseiten im Blick hat. "Mit dem Resultat bin ich hochzufrieden. Mit der ersten Hälfte aber gar nicht. Da haben wir grauenhaft gespielt und hatten viel Glück." Dementsprechend traut er verlockenden Titelprognosen nicht. "Unser Ziel ist es, dass uns keiner von hinten noch überholt." Um am Ende vielleicht selbst zum Überholen anzusetzen? "Wir wollen jedes Spiel gewinnen", sagt Gomez, "dann sehen wir, wofür es gereicht hat." Gegner für Gegner abhaken. Mit dem Unterschied, dass er gegen alle jetzt Wartenden schon getroffen hat.

George Moissidis