2. Bundesliga

Toprak: "Schöne Tore, viel VAR, ein scheiß Fußballplatz"

Werder freut sich über spektakulären Comeback-Sieg

Toprak: "Viele schöne Tore, viel Video Assistant Referee, ein Scheißfußballplatz"

Hatte in Paderborn gemeinsam mit dem VAR alle Hände voll zu tun: Referee Tobias Welz. 

Hatte in Paderborn gemeinsam mit dem VAR alle Hände voll zu tun: Referee Tobias Welz.  imago images/Ulrich Hufnagel

"Da war alles geboten, was man sonst vielleicht über eine ganze Woche verteilt sieht. Das haben wir heute alles in ein Spiel gepackt. Es war ein Wechselbad der Gefühle, vogelwilde Szenen, sodass man immer auch schon den Ball im positiven wie im negativen Fall drin gesehen hat", brachte es SVW-Trainer Ole Werner nach der Partie auf den Punkt. 

Allein schon die Entstehung des 4:3-Siegtreffers war denkwürdig. Denn bevor Ömer Toprak in der Schussphase der Partie bei seinem entscheidenden Tor davon profitierte, dass Paderborn-Keeper Jannik Huth nach einem Eckball den Ball unterlief, hatten beide Teams bereits je einmal ein vermeintliches 4:3 bejubelt - erst der SCP nach einem Schlenzer von Felix Platte, dann Werder nach einem nicht weniger sehenswerten Schuss mit Effet von Marvin Ducksch. Doch der VAR nahm beide Tore wieder zurück, einmal wegen eines vorangegangen Fouls von Platte (an Toprak), dann auf der anderen Seite nach einer hauchdünnen Abseitsstellung (von Niklas Füllkrug). 

Jung: "Habe ich so noch nicht erlebt"

"Es war ein Wahnsinnsspiel. Viele schöne Tore, viel Video Assistant Referee, ein Scheißfußballplatz. Wir sind froh, dass wir drei Punkte haben", konstatierte der SVW-Kapitän nach der Partie im vereinseigenen TV-Kanal. Auch Anthony Jung konnte nach der Partie auf schwierigem, nassem Geläuf kaum fassen, was in den gut 90 Minuten von Paderborn alles geschehen war: "Ich habe das so noch nicht erlebt in diesem Extrem - mit den vielen Entscheidungen, Tor zählt, Tor zählt nicht. Wahnsinnig."

Denn der Wahnsinn hatte in der Tat weit vor dem Zeitpunkt, an dem das 4:3 im dritten Anlauf erzielt worden war, begonnen. Zuvor waren ja bereits sechs Treffer gefallen, der schönste zweifellos durch Plattes zwischenzeitliches 3:1 mit einem "Sonntagsschuss" (Toprak) aus über 40 Metern. "Bevor Paderborn das dritte Tor macht, drücken wir eigentlich und dann haut er so einen Sonntagsschuss raus. Wir waren aber eigentlich immer dran. Es waren sehr viele Traumtore. Dass ist natürlich ein geiler Sieg, wenn du den dann in der 86. Minute holst", sagte Toprak. 

Werner und die Hoffnung auf den Lerneffekt

Am Ende freute man sich bei Werder vor allen Dingen darüber, nach dem Auf und Ab nebst 1:3-Rückstand als Sieger vom schwer zu bespielenden, nassen Platz gegangen zu sein. "Es ging weniger um Fußball zu spielen, sondern Herz, Mentalität, Charakter; die Schlagworte, die man mit der 2. Liga verbindet. Ich denke, dass wir da heute alles gezeigt haben, was ging. Wir können stolz sein", meinte Jung. 

Sein Coach hofft nun auf einen Lerneffekt: "Es ist eine wichtige Erfahrung für uns als Mannschaft, auch wenn wir natürlich nicht jedes Mal mit zwei Toren zurückliegen wollen. Aber es war wichtig, zu sehen, dass man in so einer Situation zurückkommen kann, sollten wir wieder mal in der Situation sein." 

jom

Das sind die Winter-Neuzugänge in der 2. Liga