2. Bundesliga

Ömer Toprak und Ole Werner: "An die eigene Nase fassen"

Bremen gibt erstmals unter seinem neuen Trainer Punkte ab

Toprak und Werner im Einklang: "An die eigene Nase fassen"

Gesenkter Kopf nach dem 1:1 gegen Ingolstadt: Ömer Toprak.

Gesenkter Kopf nach dem 1:1 gegen Ingolstadt: Ömer Toprak. imago images

Wochenlang wurde in der Hansestadt fast nur noch vom Einstellen des Startrekords von Otto Rehhagel geträumt. Achtmal in Folge hatte der spätere "König Otto" nach Amtsantritt 1980/81 gewonnen.

Ole Werner, damals noch nicht einmal geboren, stand vor dem Heimspiel gegen Ingolstadt bei sieben Siegen und hätte mit einem erwartbaren Dreier gegen das Tabellenschlusslicht gleichziehen und Rehhagel am kommenden Spieltag ausgerechnet im Nordderby beim HSV gar überholen können. Doch dieser Traum ist nun ausgeträumt - denn Werder ist gegen Ingolstadt nicht über ein 1:1 hinausgekommen.

"Wussten, dass es ein Geduldsspiel wird"

"Wir müssen alles analysieren. Wir wussten, dass es sehr schwierig und ein Geduldsspiel wird, sie gut bei Kontern sind. Nichtsdestotrotz müssen wir uns an die eigene Nase fassen", sagte Kapitän Ömer Toprak nach Spielende am "Sky"-Mikrofon. Die gleiche Redewendung gebrauchte auch Werner in seiner Analyse und sagte weiter: "Heute ärgern wir uns dass es nur ein Punkt geworden ist."

Dass es nichts mit dem Rehhagel-Rekord wurde, tangierte den 33-Jährigen weniger. "Das interessiert mich nicht", so Werners knappes Statement hierzu. Vielmehr ging er auf Ursachensuche, weshalb es nicht mit den "erhofften drei Punkten" geklappt hatte.

Heute haben wir viele Sachen nicht perfekt umgesetzt.

Niclas Füllkrug

Einerseits wären da die eigenen Ballbesitzphasen zu nennen, die Werner vor allem im ersten Durchgang nicht gefielen. "Wir haben es nicht geschafft, den Ball schnell und gut zu bewegen, um zu mehr klaren Torchancen zu kommen", so Werner über eine fast schon naturgemäß schwache erste Hälfte. In nun 23 Auftritten erzielten die Grün-Weißen erst zehn Treffer vor dem Seitenwechsel - dafür aber schon 34 danach. 

Nach jenem 44. Saisontor hätte sich Werner dann mehr Effizienz erhofft: "Wir haben um die Führung herum noch weitere klare Chancen gehabt, wo wir es nicht geschafft haben, den Sack zuzumachen." Allen voran die Doppelchance von Christian Groß und Anthony Jung in der 83. Minute dürfte hier in schmerzhafter Erinnerung bleiben.

Mängel in beiden Strafräumen

Niclas Füllkrug

Jubel mit Schnuller, am Ende aber nicht zufrieden: Niclas Füllkrug (Mitte). Getty Images

Als dritten Punkt machte Werner die fehlende Konsequenz in den beiden Strafräumen aus. Einerseits offensiv, andererseits defensiv, wie der Gegentreffer von Filip Bilbija zeigte: Erst verschätzte sich Toprak im Kopfballduell, dann kam Marco Friedl gegen den Torschützen zu spät und konnte das späte 1:1 nicht mehr verhindern.

Zusammengenommen bedeuteten diese Faktoren enttäuschte Gesichter im Bremen, wie Torschütze Niclas Füllkrug bestätigte: "Heute haben wir viele Sachen nicht perfekt umgesetzt. Wir waren auch nicht überall mit 100 Prozent da. Und dann kostet das gegen den Tabellenletzten Punkte."

Vielleicht hat der Punktverlust aber auch etwas Gutes für die Bremer. Denn, so gestand Toprak: Der Punktverlust hatte sich "auch ein bisschen angebahnt". Man müsse nach sieben Siegen in Folge auch mental bereit sein, so der ehemalige türkische Nationalspieler. Vor dem großen Nordderby am kommenden Spieltag können die Werderaner jetzt ihre Sinne wieder schärfen.

SSC

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