Handball

THW gibt Titel im Hexenkessel noch aus der Hand

CL-Finale: Ciudad Real siegt mit 33:27

THW gibt Titel im Hexenkessel noch aus der Hand

Nikola Karabatic gegen Luc Abalo (re.)

Kurz vor dem Triumph doch noch gestoppt: Kiels Nikola Karabatic gegen Luc Abalo (re.). picture-alliance

Lange Zeit hatte es in der Quijote-Arena nach einem Kieler Erfolg ausgesehen. Die Norddeutschen dominierten vor der Pause über weite Strecken und konnten sich insbesondere auf ihren französischen Torwart Thierry Omeyer verlassen. Er parierte schon in den ersten drei Minuten vier schwere Bälle und zog den Spaniern zunächst den Zahn. Die offensive THW-Taktik überraschte Ciudad Real zudem, sodass Kiel im ersten Abschnitt nie hinten lag.

Vier-Tore-Vorsprung verspielt

Champions League 2008/09

Mitte des ersten Abschnitts wählten die Akteure auf dem Parkett dann eine etwas härtere Gangart, die den Spielfluss mehr und mehr störte. Über 8:8 ging es bis zu einer 14:13-Führung für Kiel in die Pause.

In der zweiten Hälfte stockte der THW seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf vier Tore auf und sah schon wie der sichere Champions-League-Sieger aus. Doch dann häuften sich die Fehler bei den "Zebras", zugleich spielte nun das fanatische Publikum in der Halle eine immer größere Rolle. 15 Minuten vor Schluss lag Ciudad Real beim 22:21 erstmals in Führung. Kiel wurde nervös.

Stefan Lövgren

Verbissen geführt: Kiels Marcus Ahlm (li.) geht an Petar Metlicic vorbei. picture-alliance

In der hochdramatischen Schlussphase fehlte Kiel die Frische - und so mancher Pfiff von den Referees zu Gunsten der Gäste. Die Abwehr zeigte immer mehr Lücken, eine Zeitstrafe in den letzten Minuten tat ihr übriges. Ciudad Real kannte keine Gnade und wurde vom Publikum dem Triumph förmlich entgegengetragen.

Ciudad Real – THW Kiel 33:27 (13:14)

Tore: Kavticnik (7), Karabatic (7), Andersson (4), Lundström (4), Ahlm (3), Lövgren (1), Jicha (1) für Kiel – Beste Werfer für Ciudad Real: Stefansson (8), Abalo (5). – Zuschauer: 5863

Am Tag nach der bitteren Niederlage der HSG Nordhorn-Lingen im Cup-Winners-Cup in Valladolid scheiterte ein weiterer Bundesligist also denkbar knapp. Nun hat der Altmeister VfL Gummersbach am Montag (18.30 Uhr) noch die Chance auf eine europäische Trophäe. In der Kölner WM-Arena kann der Traditionsklub im Finale des EHF-Pokals gegen den slowenischen Klub RK Gorenje Velenje den ersten internationalen Titel seit 26 Jahren perfekt machen.

Lövgren verabschiedet sich gegen Flensburg

Beim THW Kiel nimmt indes die lebende Handball-Legende Stefan Lövgren (38) Abschied. Am 8. August steht in seinem letzten Spiel noch einmal der Spaß im Vordergrund. Am 6. Juni geht es zuvor im letzten, wenn auch sportlich bedeutungslosen Nordderby gegen Flensburg noch einmal um Ligapunkte. Dort wird er ein letztes Mal die Meisterschale hochhalten dürfen. Lövgren: "Der 6. Juni ist der Nationalfeiertag der Schweden - irgendwie passt das zum Anlass." Ein Triple-Gewinn wie 2007 glückte dem Routinier zum Abschluss nicht mehr.