2. Bundesliga

HSV-Trainer Thioune schärft die Sinne

HSV-Trainer schärft die Sinne

Thiounes Versprechen: "Hier ruht sich niemand aus!"

"Den größten Fehler macht man in erfolgreichen Phasen": HSV-Trainer Daniel Thioune steuert dagegen.

"Den größten Fehler macht man in erfolgreichen Phasen": HSV-Trainer Daniel Thioune steuert dagegen. imago images

Hamburgs Trainer versucht gar nicht erst, die Bedeutung von Leistner kleinzureden. "Sein Ausfall wiegt schwer, er hatte großen Anteil daran, dass wir zuletzt so erfolgreich waren." Er rückt aber außerdem in den Mittelpunkt, was zu den neun Spielen ohne Niederlage geführt hat. "Wichtig ist, dass wir weiterhin diese Stabilität haben." Und entscheidend dafür sieht er den Kopf: "Den größten Fehler macht man in erfolgreichen Phasen, wenn man sich ausruht. Aber hier ruht sich niemand aus."

Schmerzhafte Erfahrungen in Aue

Vor allem im Erzgebirge wäre der Ruhemodus verheerend. Zur Erinnerung: In der Vorsaison hat der HSV in Aue eine schmerzhafte 0:3-Niederlage kassiert. Danach wurde von Bernd Hoffmann öffentlich der Krisenzustand ausgerufen, der auch dem Aus des Vorstandsvorsitzenden nicht mehr beendet wurde. In diesem Jahr aber soll alles anders sein. Thioune bezeichnet den FCE als Klub, "der für das steht, was die 2. Liga ausmacht. Dort wird sehr intensiver Fußball gespielt, aber sie haben sich auch Jahr für Jahr gesteigert." Der Ex-Osnabrücker gibt dennoch eine klare Losung aus: "Wir wollen dort dreifach punkten." Und damit auch die Gunst der Spieltags-Konstellation nutzen: Mit Düsseldorf und Kiel stehen sich zwei Verfolger im direkten Duell gegenüber, mit einem Sieg ließe sich der Vorsprung mindestens auf einen der beiden Klubs ausbauen.

Die Leistner-Lücke schließen wird Thioune entweder durch Moritz Heyer oder Gideon Jung - Rick van Drongelen spielt in den Überlegungen des 46-Jährigen noch keine Rolle. Nach seinem Kreuzbandriss und einem sukszessiven Aufbau in den zurückliegenden Wochen ist der Niederländer nun vollumfänglich ins Mannschaftstraining eingestiegen. "Rick macht jetzt alles mit, und er ist ein Typ, den ich eher bremsen muss", sagt der Coach. "Unser Ziel ist es, dass er Ende des Monats eine Alternative für den Kader ist." Auch das würde dem HSV helfen. Denn Leistner wird nicht vor Mitte März zurück erwartet.

Sebastian Wolff