2. Bundesliga

Thiounes Empfehlung an die Schwarzmaler

HSV-Trainer wollte mehr, lobt aber die Reaktion seiner Profis im Derby

Thiounes Empfehlung an die Schwarzmaler

Alles andere als enttäuscht: Daniel Thioune.

Alles andere als enttäuscht: Daniel Thioune. getty images

"Ich hoffe", sagt der 46-jährige Trainer, "jetzt kommen nicht die Schwarzmaler: Wieder kein Derbysieg, die weiße Weste ist auch weg - das wäre Quatsch." Es ist ein Satz mit dem der Ex-Osnabrücker eigentlich die gesamte Geschichte des Stadt-Duells vom Freitagabend erzählt hat: Sein Team hat erstmals Punkte eingebüßt gegen den Nachbarn und ist der Favoritenrolle nicht gerecht geworden. Enttäuscht indes hat es nicht.

Thioune beendet seine Analyse mit dieser Feststellung: "Es war ganz ordentlich von meiner Mannschaft." Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger in einer Partie, die hin und herkippte. Der Stadtmeister und Außenseiter hatte den besseren Start, aber der HSV durch Simon Terodde das erste Tor (12.). Das setzte Kräfte frei, doch St. Pauli antwortete durch Rodrigo Zalazar (35.). Als dann der Spitzenreiter drückte und drängte, traf plötzlich Simon Makienok (82.) zur Gäste-Führung - aber er traf den HSV nicht ins Mark. "Da hatten wir einen richtigen Rucksack auf", sagt Thioune. Aber seine Spieler haben ihn erneut durch Terodde nahezu umgehend abgeworfen und damit eine Weiterentwicklung gegenüber der Vorsaison nachgewiesen.

Gang mit "symbolischem Charakter"

Da war der Favorit wie ein Überfallkommando über den Nachbarn hergefallen, hatte Großchancen beinahe im Minutentakt produziert, war von einem überraschenden Gegentor aber völlig aus der Bahn geworfen worden. Auch Makienok hatte am Freitagabend aus dem Nichts getroffen. "Unsere Reaktion darauf war gut", stellt Thioune zufrieden fest und den Seinen auch sonst dieses Zeugnis aus: "Es war zu spüren, dass wir unbedingt wollten." Aber, und auch das erzählt dieses packende Derby: "Die anderen wollten auch unbedingt."

Nach der Partie hatten sich seine Profis geschlossen auf den Weg zur Nord-Tribüne gemacht, dort wo sonst die ganz eingefleischten HSV-Fans stehen, dieses Mal und auch weiterhin Leere herrscht. "Das hatte symbolischen Charakter", erklärt der Trainer, "wir wollten damit ausdrücken: Es wäre schön, wenn ihr wieder da sein würdet." Wirklich enttäuscht haben sie ihre Anhänger trotz der ersten Punkteteilung, ausgerechnet im Derby, nicht.

Sebastian Wolff