2. Bundesliga

Daniel Thiounes besonderer Umgang mit Routinier Aaron Hunt

Der Routinier ist nicht mehr gesetzt - aber auf gewisse Weise unersetzlich

Thiounes besonderer Umgang mit Hunt

Nicht mehr Stammspieler, aber immer noch wichtig: Aaron Hunt.

Nicht mehr Stammspieler, aber immer noch wichtig: Aaron Hunt. imago images

Der Halbzeittitel wurde eher beiläufig abgehakt. Für Daniel Thioune ging der Blick am Sonntag schon wieder nach vorn. Richtung Düsseldorf. "Mächtig im Kommen", sieht Hamburgs Trainer den Bundesliga-Absteiger. "Sie haben sich nach einem schwierigen Start gefangen und nicht zu Unrecht den Anspruch, die Liga wieder zu verlassen."

Anspruchsdenken und Zielsetzung einen die Fortuna und den HSV, außerdem bescheinigt der 46-Jährige den Rheinländern eine "Comeback-Mentalität". Diese freilich wies auch seine Formation beim Hinrunden-Kehraus in Braunschweig nach. Und noch mehr: Thioune und sein Kader demonstrierten beim Abstiegskandidaten nach einem 0:2-Rückstand auch, dass sie taktisch und personell entscheidende Korrekturen vornehmen können. Früh hatte der Fußballlehrer festgestellt, dass für das zuletzt erfolgreiche Flügelspiel die Räume fehlten, er opferte deshalb Bakery Jatta, brachte mit Aaron Hunt und Amadou Onana für den am Knöchel verletzten und auch für Dienstag fraglichen Josha Vagnoman zwei völlig andere Spielertypen, durch die er die Statik veränderte.

"Es gibt richtige Aaron-Hunt-Spiele"

"Sie sind zwei Spieler, die sich gut in engen Räumen bewegen können", sagt Thioune, "ich habe immer gesagt, wir brauchen die gesamte Breite des Kaders". Tatsächlich waren die Mittelfeld-Joker maßgeblich für das Hamburger Wendemanöver zum 4:2 verantwortlich - einen Startplatz für Düsseldorf garantiert das dennoch nicht. Dass die neue Rolle für Hunt ungewohnt und durchaus auch gewöhnungsbedürftig ist, wurde schon vielfach thematisiert, dem Trainer gelingt es derzeit jedoch, einerseits gut zu moderieren, andererseits aber auch, den Routinier immer wieder gewinnbringend einzubauen. "Es gibt richtige Aaron-Hunt-Spiele", hatte er kürzlich im kicker-Interview gesagt, ohne ihm einen Stammplatz zuzusichern. Sonntag ergänzte er: "Aaron hat in Braunschweig seinen Wert für uns unterstrichen. Aber auch die Mannschaft hat unterstrichen, welchen Wert er für sie hat. Ich habe den Jubel um ihn herum nach seinem Tor als besonders laut empfunden."

Hamburgs Kader zeigte in Niedersachsen eine Halbzeit zwar auch, wie ein Aufstieg nicht gelingen wird, sie hatte aber die richtigen Mittel für eine Korrektur. Und wendete diese auch an. Thioune empfindet die ihm zur Verfügung stehende Gruppe auch deshalb als überaus homogen. Und will trotz der Abgänge von Xavier Amaechi (zum KSC) und Lukas Hinterseer (Ulsan Hyundai) nicht zwingend nachrüsten. "Es gibt keine Absprache, dass wir ausdrücklich nichts machen. Aber wir sind auch in allen Bereichen gut aufgestellt."

Sebastian Wolff

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