2. Bundesliga

Thioune will den HSV endlich stabil machen

Der neue Trainer legt los, die Ziele bleiben groß

Thioune will den HSV endlich stabil machen

Daniel Thioune

HSV-Coach Daniel Thioune (li.) im Gespräch mit Bobby Wood. imago images

Thioune will Mischung aus Kampf und Kunst

Dass der US-Boy angesichts seines Jahressalärs von zwei Millionen Euro ein Jahr vor Vertragsende doch noch den Arbeitgeber wechselt, gilt als schwer vorstellbar. Also macht Thioune das, was er aus Osnabrück gewohnt ist - er nimmt die Gegebenheiten an. Und fordert das auch von seinen Profis. "Ich habe bei meiner Antrittsrede wenig von mir erzählt, wenig in der Vergangenheit gerührt und auch nicht zu weit in die Zukunft geschaut. Es geht um das Hier und Jetzt." Das bedeutet für ihn: mehr Widerstandsfähigkeit entwickeln. "Wir müssen Resistenz gegen Ball und Gegner aufbauen." Das, hat seine Analyse ergeben, habe dem HSV in der vergangenen Saison gefehlt. Sein Ziel ist deshalb eine gesunde Mischung aus Kampf und Kunst: "Wir müssen uns etwas der Liga anpassen ohne uns als Defensivteam zu sehen."

Engpässe in der Verteidigung

Die Defensive ist auch jener Mannschaftsteil, in der noch am ärgsten der Schuh drückt: Gideon Jung und Jan Gyamerah fehlten beim Aufgalopp wegen Oberschenkelblessuren, Ewerton wird nach Tumor-OP noch länger ausfallen und Rick van Drongelen nach Kreuzbandriss noch bis ins nächste Jahr. David Bates spielt trotz der Engpässe in der Innenverteidigung keine Rolle mehr. Der Schotte wurde am Mittwoch freigestellt, um die Klubsuche voranzutreiben. Klar aber ist: Für das Abwehrzentrum sucht auch der HSV noch fieberhaft nach Verstärkungen.

Beim Auftakt waren mit Amadou Onana und Klaus Gjasula nur zwei externe Neulinge dabei. Beide Mittelfeldspieler schätzt Sportvorstand Jonas Boldt jedoch als echte Gewinne ein. Onana, das 18-jährige belgische Talent aus Hoffenheim bezeichnet Boldt gar als "absoluten Coup für uns." Und Gjasula soll exakt das verkörpern, was dem HSV in der Vergangenheit gefehlt hat. "Er ist die Lehre aus der Vorsaison. Wir hatten viel Fokus auf das Fußballspielen gelegt, das Element defensive Robustheit hat etwas gefehlt."

"Wir sind nicht an Bielefeld oder an anderen gescheitert, sondern an uns selbst."

Mit neuen Elementen und neuen - verschlechterten - wirtschaftlichen Möglichkeiten legt der HSV wieder los. Kleinmachen will Boldt sich und seinen Klub dennoch nicht. "Wir brauchen nicht drumherum reden, dass wir ein guter Zweitligist sind, der aus den Fehlern der Vergangenheit lernen will. Wir sind nicht an Bielefeld oder an anderen gescheitert, sondern an uns selbst." Zum zweiten Mal nacheinander schon. Der Hattrick soll ausdrücklich vermieden werden.

Sebastian Wolff