Basketball

Daniel Theis: "Wenn jemand wie LeBron James etwas sagt..."

NBA-Profi über Kampf gegen Rassismus

Theis: "Wenn jemand wie LeBron James etwas sagt..."

Daniel Theis (r.) verpasste mit den Boston Celtics den Sprung in die NBA-Finals.

Daniel Theis (r.) verpasste mit den Boston Celtics den Sprung in die NBA-Finals. imago images

Lange zählten die Celtics zum Kreis der Favoriten in der Bubble in Orlando, wo die Play-offs der NBA derzeit stattfinden. Am Ende scheiterte Boston aber im Finale der Eastern Conference an Miami, das erst in der Nacht auf Samstag die L.A. Lakers in Spiel sechs der Finals zwang. "Wir haben uns letztlich selbst besiegt", so Theis, der den Traum von den Finals trotzdem weiter vor Augen hat. "Ich nehme das als Ansporn, noch besser zu werden."

Für ihn spielte das Sportliche in einer in vielen Facetten denkwürdigen Saison allerdings nur eine untergeordnete Rolle. "Ich will das jetzt nicht kleinreden, eine Meisterschaft ist eine Meisterschaft. Aber es gibt Dinge, die wichtiger sind", sagte der ehemalige Bamberger im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Damit meinte der aus Salzgitter stammende 2,03-Meter-Mann vor allem den Kampf gegen gesellschaftliche Missstände, allen voran gegen Rassismus: "Es war wichtig, dass wir unsere Plattform nutzen. Wenn jemand wie LeBron James etwas sagt, hören die Leute zu, und bei seiner Reichweite reden wir von Millionen."

Laut Theis standen die Play-offs kurz vor dem Abbruch

Die NBA hatte als erste nordamerikanische Profiliga wiederholt auf Polizeigewalt gegen Schwarze aufmerksam gemacht. Die Spieler traten zudem mit verschiedenen Botschaften auf der Rückseite ihrer Trikots, etwa "Black Lives Matter", an.

Anlässlich des Falls Jacob Blake, der von Polizisten von hinten niedergeschossen worden war, initiierten die Akteure sogar einen Streik während der Play-offs. Laut Theis stand die Spielzeit sogar kurz vor dem Abbruch. "Die beiden Teams aus Los Angeles, die Lakers und die Clippers, wollten aufhören - es ging da ein bisschen hin und her", sagte er: "Es war aber von Anfang an festgelegt, dass wir am Ende mit einer Stimme sprechen würden. Wenn also von den 14 Teams, die noch da waren, zehn weiterspielen wollten, so war klar, dass es weitergehen würde. Und das war richtig - auch sportlich."

pau/sid

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